Kreuzberg-Friedrichshain : Mit Kultur gegen den Kult um Ströbele

Vera Lengsfeld eröffnet den Wahlkampf für die CDU. Sie will mit ihrer Partei eine kulturelle Alternative in Kreuzberg-Friedrichshain bieten.

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Vera Lengsfeld

Es kann nur besser werden für die CDU in Kreuzberg-Friedrichshain, und Vera Lengsfeld will es besser machen. Für die Bundestagswahl 2009 hat sich die ehemalige DDR-Dissidentin viel vorgenommen. Gerade elf Prozent der Wähler votierten hier 2005 für die Union. Der König von Kreuzberg-Friedrichshain ist der Grüne Christian Ströbele; er holte den Wahlkreis vor drei Jahren mit 43,3 Prozent direkt. Vera Lengsfeld hat schon mal mit dem Wahlkampf begonnen und am Mittwoch ein paar Ideen vorgestellt.

Die 52 Jahre alte Politikerin will eine „humorvolle“ Kampagne und weg vom Orange als Wahlkampffarbe der CDU. Ihre Linie sei schwarz-grün, sagt Lengsfeld, um die Grünen zu provozieren. Damit sei auch gemeint, dass Wirtschaft und Umwelt in ihrem Wahlkampf Schwerpunkte sein sollen. Sie wolle zeigen, dass die CDU „die bessere Umweltpartei“ sei, weil ihre Konzepte an der Realität orientiert seien, nicht aber an „ideologischen Vorgaben“.

Die CDU, so Lengsfeld, müsse in Kreuzberg-Friedrichshain eine „kulturelle Alternative“ werden. Dazu will die Philosophin, die von 1990 bis 2005 dem Bundestag angehörte, Gesprächsabende und Lesungen organisieren. So komme man mit Leuten ins Gespräch, die der Partei nicht unbedingt nahestehen, sagt sie. „Es gibt jede Menge auch im Nichtwählerlager, denen wir einen Grund geben müssen, ihr Kreuz wieder bei der CDU zu machen.“ Sie baut auf Autoren wie Henryk M. Broder und Richard Wagner, mit denen sie auf der Internetseite „Die Achse des Guten“ publiziert.

Die CDU und die Kultur – das sei ein Projekt, das über diesen Wahlkampf hinausgehe, sagt Vera Lengsfeld, die sich offenbar auf längere Sicht in Kreuzberg und Friedrichshain politisch engagieren will. Zu den Themen für das Jahr 2009 gehört für sie neben der Umwelt- auch die Bildungspolitik. Es seien ausschließlich CDU-regierte Bundesländer auf den ersten Rängen der Pisa-Studien vertreten, sagt sie, und will überhaupt nicht einsehen, warum in Kreuzberg die Gründung einer evangelischen Privatschule nicht möglich sein soll. Der Mythos Ströbele macht ihr keine Sorgen. Ströbele sei Kult, das gibt sie zu – aber ein „Kult von gestern“. wvb.

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