Kritik : CDU gegen vorgezogene Schulreform

Fraktionschef Henkel wirft Senat Hektik vor und spricht sich für langfristige Lösungen aus. Der Rat der Bürgermeister will sich am Donnerstag mit der Reform befassen.

Die CDU hat das Drängen von SPD-Bezirkspolitikern auf ein Vorziehen der Schulreform kritisiert. „Es gibt keinen Grund für die Hektik des Schulsenators, seine Strukturreform inklusive der leistungsfeindlichen Schülerlotterie innerhalb weniger Wochen durchzupeitschen“, sagte Fraktionschef Frank Henkel am Mittwoch. Notwendig seien „gerade in diesem sensiblen Bereich langfristige und von einer möglichst großen Mehrheit getragene Lösungen“.

Wie der Tagesspiegel am Mittwoch berichtet hatte, soll die umstrittene Schulreform bereits 2010 greifen. Die Bezirke drängten jetzt mehrheitlich auf eine rasche Umsetzung des Konzepts. Die Bildungsstadträte von SPD und Grünen hätten sich darauf verständigt, schon im Sommer 2010 Haupt-, Real- und Gesamtschulen zusammenzuführen. Nach dem ursprünglichen Zeitplan lief die Frist bis zum Schuljahr 2011/12. Gegen einen früheren Termin sprachen zunächst Bedenken, ob die räumlichen und personellen Voraussetzungen gegeben seien.

Der Rat der Bürgermeister will sich am heutigen Donnerstag mit der Reform befassen. Nur die CDU verlangt Aufschub. Eine „hastige Reform“ ohne Akzeptanz bei den Betroffenen sei „unverantwortlich“, sagte Fraktionschef Henkel und verwies auf Umfragen, nach denen auch das Losverfahren beim Zugang zu den Gymnasien als Teil der Reform selbst bei Anhängern der rot-roten Koalition umstritten sei. Auch aus Sicht von Landeselternsprecher André Schindler sind die Schulen auf die Reform nicht vorbereitet. Er befürchtet, dass 2010 nur die „Etiketten“ ausgewechselt würden, die Reform aber nicht umgesetzt werde. Die „Angst vorm Wahljahr“ sei keine Rechtfertigung, durch einen „Frühstart die Fehleranfälligkeit des Reformprozesses zu erhöhen“. ddp

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