Lernmittel : Kostenerstattung für Schulmittel

Sind die Eltern Hartz-IV-Empfänger, können sie ihre Kinder oft nicht adäquat für die Schule ausrüsten. Deshalb möchten einige Gewerkschaften kommunale Schulfonds einrichten. Vorbild für diese Idee ist Niedersachsen.

BerlinGewerkschaften fordern Schulfonds, um bedürftige Kinder aus armen Familien zu unterstützen. Vor allem arbeitslose Eltern erhielten zu wenig finanzielle Unterstützung, um die Kosten für die Schulausbildung ihrer Kinder problemlos zu bewältigen, teilte der DGB mit. In Berlin gebe es die bundesweit höchste Kinderarmutsquote. Der DGB und die Bildungsgewerkschaft GEW verlangen daher die Einrichtung von kommunalen Schulmittelfonds in den Bezirken, wie sie bereits in einigen Kommunen in Niedersachsen geschaffen worden seien.

Aus diesen Fonds können nach DGB-Angaben für jedes bedürftige Kind 25 bis 100 Euro bereitgestellt werden. Gegen Vorlage einer Quittung, die die Ausgaben für Schulmaterial bescheinige, bekämen Haushalte mit geringem Einkommen die Kosten erstattet. Solange die "Hartz IV"-Gesetze nicht der Realität angepasst seien, müssten die Kommunen reagieren, betonte DGB-Landeschefin Doro Finke. Armut verringere die Bildungschancen und damit die Chancen zum sozialen Aufstieg.

Für Kinder, deren Eltern Arbeitslosengeld II erhalten, sind nach DGB-Angaben monatlich nur 1,60 Euro für Schreibwaren und 80 Cent für tägliches Schulessen in der Regelleistung vorgesehen. Die Materialkosten für Grundschüler betrügen allerdings bereits 50 Euro pro Schuljahr, in der Oberstufe seien sogar bis zu 300 Euro aufzuwenden. Das Schulessen für 20 Tage koste wenigstens 23 Euro. (mit ddp)

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