Linker fordert Wowereit heraus : Rot gegen Rot in Berlin

Die Linkspartei will bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im Herbst 2011 einen eigenen Kandidaten gegen Klaus Wowereit (SPD) ins Rennen schicken. Das kündigten führende Bundespolitiker der Linken am Montag an. Ihr Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Gregor Gysi, nannte den Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf als möglichen Herausforderer des Regierenden Bürgermeisters.

Sabine Beikler,Stephan Haselberger

Außerdem müssen Wowereit und die Hauptstadt-SPD damit rechnen, dass auch die Grünen eine eigene Kandidatin aufstellen werden. Im Gespräch ist die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast. „Das wäre für Berlin sicher der bessere Vorschlag als alles, was die Linkspartei vorschlägt“, sagte der Berliner Grünen-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wieland, dem Tagesspiegel.

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, erklärte die Aufstellung eines eigenen Kandidaten mit der „herausragenden Bedeutung“ der Berlin-Wahl für seine Partei. Dem Tagesspiegel sagte Bartsch: „Wir wollen in der Hauptstadt zeigen, dass wir aus Regierungsverantwortung heraus zulegen können. Mit einem eigenen Kandidaten oder einer eigenen Kandidatin sind die Chancen, unseren Stimmanteil zu steigern, größer.“ Bisher musste die ehemalige PDS bei Landtagswahlen stets Verluste hinnehmen, wenn sie zuvor an der Regierung beteiligt war.

Bartsch betonte, die SPD werde im Wahlkampf nicht der „Hauptgegner“ der Linken sein. Es gehe 2011 darum, „dass die Stadt eine linke Mehrheit behält“. Bartsch verwies darauf, dass die Linke in Berlin bereits bei der Bundestagswahl mit über 20 Prozent zweitstärkste Kraft geworden sei. Schon deshalb könne sie auf einen eigenen Kandidaten nicht verzichten. Linken-Wirtschaftssenator Harald Wolf reagierte zurückhaltend auf die Pläne der Parteiführung. „Das Thema Kandidatur steht für mich nicht auf der Tagesordnung. Diese Fragen werden ein Dreivierteljahr vor der Wahl entschieden“, sagte er dem Tagesspiegel.

Die Berliner SPD hält ungeachtet der Kandidatendebatte an ihrem Zeitplan fest, Wowereit erst 2011 zu küren. „Wer jetzt Wahlkampf machen will, soll ihn machen. Wir werden uns zu einer Spitzenkandidatur im Abgeordnetenhauswahljahr 2011 äußern“, sagte SPD-Landes- chef Michael Müller. Für die SPD gehe es zunächst um eine inhaltliche Profilierung. Wowereit sei aber zweifellos „die Nummer eins“ der Partei.

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