Nahverkehr : BVG-Umzug wird fraglicher

Der angekündigte Umzug der BVG nach Mitte ist noch längst nicht besiegelt. Der Aufsichtsrat hat jetzt von der Geschäftsleitung verlangt, genauer nachzuweisen, ob sich der Ortswechsel überhaupt rechnet.

Trias-Gebäude
Das Trias-Gebäude an der Jannowitzbrücke. -Foto: Mike Wolff

Platzt der geplante Verkauf der BVG-Zentrale an der Potsdamer Straße in Schöneberg? Der angekündigte Umzug in das „Trias“-Gebäude am Ostbahnhof ist jedenfalls längst nicht besiegelt. Der Aufsichtsrat hat jetzt von der Geschäftsleitung verlangt, genauer nachzuweisen, ob sich der Umzug überhaupt rechnet.

Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) als Aufsichtratsvorsitzender hält zwar einen Umzug „grundsätzlich“ für richtig, ist aber von der Wirtschaftlichkeit „bislang nicht gänzlich überzeugt worden“. Wann sich der Aufsichtsrat wieder mit dem Thema beschäftigt, ist noch unklar.

Die BVG-Geschäftsleitung hatte Ende letzter Woche die Zustimmung des Aufsichtsrats zu der Vereinbarung mit einem Immobilienfonds erwartet. Er will die Zentrale und ein weiteres Gebäude dem Vernehmen nach für 36 Millionen Euro erwerben. Ein notarielles Kaufangebot liegt vor, soll aber nur noch bis Freitag befristet sein. Die BVG-Geschäftsleitung wollte sich gestern dazu nicht äußern. Ein Verkauf der Zentrale gilt als Voraussetzung für einen Umzug in die künftigen Mieträume des „Trias“ an der Holzmarktstraße. Es sollte zunächst schon im Herbst dieses Jahres bezogen werden. Die Prüfung mehrerer Kaufangebote habe aber mehr Zeit erfordert, hieß es. Zuletzt ging die BVG von einemUmzugstermin im Sommer 2008 aus.

Der Umzug rechne sich, hatten die Verkehrsbetriebe in der vergangenen Woche versichert. Die Mietkosten seien günstig, zwei bis drei Millionen Euro ließen sich jährlich sparen. Den Aufsichtsrat überzeugten die vorgelegten Wirtschaftlichkeitsberechnungen nicht, bei denen es unter anderem um Kaufpreis, Entschuldung, Betriebskosten und Mieten ging. Die BVG-Geschäftsleitung wurde aufgefordert, noch etliche Fragen zufriedenstellend zu beantworten.

Nach Ansicht der Abgeordneten Jutta Matuschek (Linke) widerspricht das Projekt wirtschaftlicher Vernunft. Der vereinbarte Grundstückserlös sei skandalös niedrig für Immobilien in bester Lage. Der FDP-Abgeordnete Sebastian Czaja forderte „mehr Transparenz“. C. v. L.

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