Neue Online-Plattform : Hier können Familien ihre Meinung sagen

Was bewegt Familien, Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Paare oder Alleinerziehende in ihrem Familien-Alltag? Was schlagen Berliner vor, wie man die Stadt familienfreundlicher machen kann? Das alles will der Familienbeirat wissen: Bis zum 10. Dezember kann jeder Berliner seine Anregungen und Wünsche auf der Diskussionsplattform schreiben.

Sabine Beikler

Die Ideen und Empfehlungen sollen dann in den offiziellen Familienbericht 2010 einfließen. Jeder Hinweis auf Lücken ist wichtig“, sagte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) am gestrigen Montag bei der Vorstellung der Initiative. Der Beirat will zudem von Dezember bis April nächsten Jahres Familienforen in den Bezirken Neukölln, Marzahn-Hellersdorf, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Spandau und Steglitz-Zehlendorf veranstalten. „Dort sollen 60 bis 80 Teilnehmer diskutieren, wie man konkret im Kiez die Situation für Familien verbessern kann“, sagte Peter Ruhenstroth-Bauer, Vorsitzender des im vergangenen Dezember vom Senat eingesetzten Familienbeirats, der die Landesregierung beraten soll.
Die Online-Kampagne wird von dem Schauspieler Adnan Mural und der TV-Moderatorin Astrid Frohloff unterstützt. „In Berlin fehlt eine zentrale Stelle, die über Betreuungsangebote informiert“, kritisierte Frohloff. SPD-Senator Zöllner sagte, er wolle die Einrichtung einer solchen Stelle von seiner Verwaltung „prüfen“ lassen.

Der Familienbeirat will in seinem Familienbericht vor allem Wert auf die Praxisbezogenheit legen: Neben demografischen Daten sollen die inhaltlichen Aspekte wie eben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, familienfreundlichere Bezirke und Infrastruktur, die Bekämpfung der Kinderarmut, Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie Integration behandelt werden.

Familienbeirat soll kein Papiertiger sein

Dass der Familienbeirat nicht zum Papiertiger wird, sondern „alle Initiativen des Senats“ kritisch begleitet, hofft die CDU-Jugend- und Familienpolitikerin Emine Demirbüken-Wegner. „Der Beirat soll nicht nur nette Aktionen initiieren, sondern bei Missständen seine Stimme erheben“, sagt Demirbüken-Wegner, die ebenfalls Mitglied im Beirat ist. Die CDU-Politikerin bemängelt, dass eine familienfreundliche Atmosphäre in Berlin und eine Übersicht über Hilfsangebote fehlen. „Familien- und Jugendpolitik darf keine untergeordnete Rolle im Senat spielen.“ Dass Eltern von der Verwaltung auf ihre Rechtsansprüche und auf Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe hingewiesen werden müssen, war auch eine Forderung, die am Montag auf einer von CDU und dem Trägerverbund Sputnik initiierten Tagung zur Kinder- und Jugendhilfe zu hören war. Die Familien-Befragung im Internet: www.zusammenleben-in-berlin.de

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