Neuer Job? : Pflüger will Chef der Energieagentur werden

Bei der Berliner CDU hat er eine Bauchlandung erlebt. Jetzt will er bei der halbstaatlichen Deutschen Energieagentur landen: Friedbert Pflüger will nach Informationen von Tagesspiegel.de den im Juli freiwerdenden Chefposten übernehmen.

Moritz Döbler
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Neuer Job? Friedbert Pflüger wollte einst Regierender Bürgermeister werden. -Foto: Mike Wolff

Berlin - Der ehemalige Berliner CDU- Fraktionschef Friedbert Pflüger möchte Chef der halbstaatlichen Deutschen Energieagentur (Dena) werden. Das erfuhr der Tagesspiegel sowohl aus Regierungskreisen als auch aus der Energiebranche.

Pflüger selbst wollte die Angaben auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. „Ich will dazu gar nichts sagen.“ Die Position wird zum 1. Juli frei, weil der amtierende Vorsitzende der Geschäftsführung, Stephan Kohler, zu einer Tochter des Energiekonzerns RWE wechselt.

Pflüger soll sich in dieser Sache bereits an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt haben. Er ist nach Informationen des Tagesspiegels allerdings nicht der einzige Kandidat. Als Fachmann für Energie hat er sich – anders als Kohler – bisher keinen Namen gemacht, sondern als Außen- und Verteidigungsexperte. Doch warb er in der Berliner CDU für die Hinwendung zu grünen Themen.

Das Vorschlagsrecht liegt beim Bundeswirtschaftsministerium. Der zurückgetretene Ressortchef Michael Glos (CSU) ist formal immer noch Vorsitzender des Aufsichtsrats. In dem Gremium, das im Juni zum nächsten Mal tagt, sitzen auch die Bundesminister für Umwelt und Bau, Sigmar Gabriel und Wolfgang Tiefensee (beide SPD). Weder die Dena noch die drei Ministerien wollten sich zu der Personalie äußern.

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin hat den Geschäftsbetrieb vor acht Jahren aufgenommen und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter. Es beschreibt sich selbst als „das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz und regenerative Energien“, das Projekte und Kampagnen umsetzt. Mehrheitlich gehört es dem Bund, weitere Anteilseigner sind die Länder mit insgesamt fünf Prozent sowie die Allianz, die Deutsche Bank und die DZ-Bank mit je acht Prozent. Diese Unternehmen sind mit je einem Sitz im Aufsichtsrat vertreten.

Pflüger hat eine glücklose Zeit hinter sich. Der 54-Jährige hatte sich aus der Bundespolitik weitgehend zurückgezogen, als er als Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl 2006 antrat. Doch nach seiner Niederlage konnte er sich in der Landes- CDU nicht durchsetzen: Vor rund einem halben Jahr wurde er als Fraktionschef abgewählt, nachdem er auch den Parteivorsitz beansprucht hatte. Er ist weiterhin Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und des CDU-Bundesvorstands. Vom heutigen Freitag an lehrt er zudem an der Berliner Dependance der amerikanischen Embry-Riddle-Universität für Luftfahrt, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte. Seine Themen werden Außen- und Verteidigungspolitik sein.

Bei der Dena ist noch ein Posten zu besetzen: Seit zwei Jahren amtiert Andrea Weinert als Zweite Geschäftsführerin, und sie wechselt in wenigen Wochen zurück ins Wirtschaftsministerium. Dort war sie in der vorigen Legislaturperiode Sprecherin von Ressortchef Wolfgang Clement (damals SPD).

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