Neuköllner Schulen : Buschkowsky: "Wachschutzkündigung war abenteuerlich"

Nach dem verpatzten Auftakt zur Überwachung von Neuköllner Schulen durch einen Sicherheitsdienst geht die Suche nach den Gründen für die Kündigung weiter. Bezirksbürgermeister Buschkowsky will das Projekt jedoch weiter verfolgen.

Berlin   Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) hält trotz der Kündigung des Auftrags durch die Dussmann-Gruppe an der Einrichtung eines ersten privaten Wachschutzes an Deutschlands Schulen fest. "Ein Bewerber ist tot, es lebe der Bewerber", sagte Buschkowsky dem RBB-Hörfunksender Inforadio. Seit Montagnachmittag werde mit dem in der Ausschreibung nächstplatzierten Unternehmen gesprochen.

Der ursprünglich für kommenden Montag geplante Einsatzbeginn von privaten Sicherheitsleuten an 13 Schulen werde sich durch die Kündigung aber voraussichtlich um bis zu sechs Wochen verschieben, betonte der Bezirksbürgermeister. Durch den Wachschutz soll die Gewalt auf Schulhöfen durch schulfremde Kinder und Jugendliche eingedämmt werden. In dem Berliner Bezirk, in dem auch die durch einen Brandbrief des Kollegiums bekanntgewordene Rütli-Oberschule liegt, war es in der Vergangenheit immer wieder zu Angriffen auf Lehrer und Schüler gekommen.

"Sehr abenteuerliche" Kündigung

Der Bezirksbürgermeister gab zu bedenken, dass die Umstände der Kündigung des Auftrages am Montag sehr "abenteuerlich" seien. Während das Schreiben beim Bezirksamt einging, hätten die operativen Leute an einer Schule zusammengesessen und dort die Einzelheiten vereinbart. Mit sechs Schulen seien die Einsatzpläne bereits einvernehmlich besprochen worden.

Buschkowsky bezeichnete zudem die Begründung des Unternehmens für die Kündigung als "merkwürdig". Die Argumentation, es fehle Unterstützung durch Senat, Abgeordnetenhaus und zahlreiche Schulvertreter, sei ein Fingerzeig auf die politische Landesebene. Zumindest scheine es so, als ob sich Dussmann übernommen oder jemand ins Rad gegriffen habe. (mit ddp)  

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