Norbert Lammert : "Mauer war Zeichen politischer Verirrung"

Mit Kranzniederlegungen haben Politiker und Opferverbände an den Beginn des Mauerbaus vor 47 Jahren erinnert. Am Rande der Gedenkfeier kam es zu Protesten gegen Vertreter der Linken. Auch die Berliner CDU protestierte gegen die SED-Nachfolgepartei.

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Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Bundestagspräsident Norbert Lammert bei der Kranzniederlegung -Foto: dpa

BerlinBei einer Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), die Berliner Mauer sei auch nach ihrer Überwindung ein Symbol "entsetzlicher politischer Verirrung und damit verbunden mit vielen menschlichen Tragödien". Beides dürfe nicht vergessen werden.

Mauerbau ist "politische Bankrotterklärung"

An der Zeremonie nahmen Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) sowie die Fraktionsvorsitzenden von CDU, Linke und Grünen, Friedbert Pflüger, Carola Bluhm und Franziska Eichstädt-Bohlig, teil. Ebenfalls anwesend war der FDP-Fraktionsvize Christoph Meyer.

Lammert betonte, die deutsche Geschichte und die Berliner Mauer im Besonderen seien ein unverändert aktuelles Beispiel dafür, "dass die Abschottung der eigenen Bevölkerung gegen unerwünschte Informationen, Kontakte oder Veränderungen immer eine politische Bankrotterklärung ist und dem Bedürfnis der Menschen nach Freiheit und Selbstbestimmung auf Dauer nicht widerstehen kann".

Informationsbedürfnis fördern

Der Bundestagpräsident zeigte sich zugleich erfreut darüber, dass die Zahl jugendlicher Besucher in der Mauergedenkstätte steigt. Das Interesse an der Geschichte nehme wieder zu. "Wir sollten alles tun, um das Informationsbedürfnis nach Kräften zu fördern." Der CDU-Politiker gab zugleich zu bedenken, dass es bei Schülern mittlerweile "erstaunliche Einschätzungen" über Personen, Ziele und Abläufe im DDR-Regime gibt.

Am Rande der Kranzniederlegung kam es zu Protesten. Ein Mann beschimpfte die anwesenden Vertreter der Linken. Auch die Berliner CDU protestierte gegen die SED-Nachfolgepartei. Angehörige der kommunistischen FDJ entrollten ein Transparent, auf dem eine zunehmende Militarisierung im vereinten Deutschland kritisiert wurde. (nal/ddp)

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