Osthafen : Hochhauspläne der Mediaspree gekippt

Die Bürger haben entschieden, und die Politik schickt sich an, dem Bürgerwillen Rechnung zu tragen. Nicht mehr als 24 Meter werden die Bauten am Osthafen in Zukunft in die Höhe ragen. Das hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Dienstag beschlossen.

Ralf Schönball
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Streitpunkt Mediaspree: So sollte der Osthafen aussehen. -Foto: Promo

Die Pläne für den Bau eines Hochhauses an der Stralauer Allee Ecke Elsenbrücke sind endgültig vom Tisch. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat eine Änderung des Bebauungsplan-Entwurfs beschlossen für das Grundstück, das Teil des umstrittenen Baugebiets „Mediaspree“ ist. Dies teilte Bezirksbürgermeister Franz Schulz gestern mit und sagte: „Mit dem geänderten B-Plan haben wir auch an dieser Stelle erfolgreich für die Ziele des Bürgerentscheids gekämpft.“

Der Bürgerentscheid hatte eine Veränderung der Baupläne für die an den Ufern von Kreuzberg und Friedrichshain gelegenen Grundstücken gefordert und dabei insbesondere einen breiteren für die Bürger frei zugänglichen Uferweg verlangt. Der geplante rund 90 Meter hohe Neubau an der Elsenbrücke war zu einem Symbol für den Widerstand in der Bürgerinitiative geworden. Nun ist nur die Errichtung eines 24 Meter hohen Gebäudes auf diesem Grundstück möglich, das sich damit in seiner Höhe und seiner Maßstäblichkeit an die bestehenden Bauten am Friedrichshainer Ufer anpasst.

Bei der Behala, einer Tochtergesellschaft des Landes, wusste Geschäftsführer Peter Stäblein nichts von dem Bezirksamtsbeschluss. „Wenn der Bebauungsplan in diesem wesentlichen Punkt verändert wurde, dann muss man über die Kosten für unsere Planungen sprechen“, sagte er.  Beim Bezirk fürchtet man keine Schadensersatzklagen, weil der ursprüngliche Bebauungsplan nur ein Entwurf war und frühzeitig gestoppt wurde.

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Die Behala wollte laut Stäblein nicht selbst bauen, sondern das Grundstück mit Baugenehmigung an einen Investor verkaufen. Der veränderte Bebauungsplan kostete das Unternehmen dennoch viel Geld: Der Wert von Bauland hängt von der möglichen Baudichte ab, die bei veränderten Plänen erheblich sinkt.

Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung heißt es:  „Wir haben nichts gegen die Umplanung des Bezirks“, so Sprecherin Manuela Damianakis. Die Verwaltung habe ein Signal von Wirtschaftssenator Harald Wolf bekommen, wonach das Interesse eines Investors an dem Bau eines Hochhauses an dieser Stelle nicht kurzfristig zum Abschluss eines Kaufvertrages führen werde. Deshalb habe auch Wirtschaftssenator Harald Wolf, der im Aufsichtsrat der Behala deren Geschäfte kontrolliert, seine Zustimmung zu der geringen Grundstücksausnutzung gegeben.

Das Behala-Areal zählt zu den letzten bisher noch nicht verkauften Bauflächen an den Friedrichshainer Ufern der Spree. Gelegen zwischen Elsenbrücke und Strahlauer Allee ist es nicht nur von der Spree, sondern auch vom Verkehr umspült. Ein Verkauf dürfte auch deshalb nicht einfach sein, weil der Senat eine Verlängerung der Autobahn A 100 bis zur Elsenbrücke plant – was das Verkehrsaufkommen noch erhöhen könnte.

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