Parteien : Berliner Linke will der SPD treu bleiben

Auch wenn die Die Linke im Bund der SPD das Leben schwer machen will – in Berlin setzen die Genossen von Oskar Lafontaine weiter auf die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten.

Auch wenn die neue Partei namens Die Linke im Bund der SPD das Leben schwer machen will – in Berlin setzen die Genossen von Bundesparteichef Oskar Lafontaine weiter auf die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten. Die Fusion von PDS und WASG „hat für die Koalition in Berlin keine Auswirkungen“, sagte Landesparteichef Klaus Lederer am Mittwoch. Der Neuanfang sei in Einzelfällen vielleicht „eine Herausforderung“, aber „keine Bedrohung“ für Rot-Rot.

Am kommenden Wochenende konstituiert sich der Landesverband der Linken. Die ist in Berlin zu großen Teilen mit der bisherigen PDS identisch: Fast 9000 Berliner Linken-Mitglieder waren bislang in der PDS. Von der WASG, die einst als PDS-Konkurrent gestartet war, kommen nach mehreren Abspaltungen noch rund 200 Mitglieder – nur zwei Prozent der Gesamtmitgliedschaft. Beim konstituierenden Parteitag ist die WASG dennoch stärker vertreten: Zehn bis 15 Prozent der 180 Delegierten kommen aus der WASG, schätzt Lederer. Er will die Partei auch unter neuem Namen führen und wird am Wochenende wahrscheinlich im Amt bestätigt. Die übrige Landesparteispitze wird weitgehend ausgetauscht. Drei Stellvertreter hat Lederer sich ausgesucht, die sich zur Wahl stellen: Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher, den aus der WASG zur Linken gekommenen Abgeordneten Wolfgang Albers sowie die in WASG und PDS zugleich aktive Sozialarbeiterin Katrin Möller. Sie sollen Udo Wolf, Halina Wawzyniak und Annegret Gabelin ersetzen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr kandidieren wollen.

Kontroverse Debatten erwartet Parteichef Lederer über eine parteiinterne Neuordnung. Der Landesrat, ein internes Kontrollgremium, soll durch einen größeren Landesausschuss ersetzt werden, in dem unter anderem Senatoren, Bezirksbürgermeister und andere Funktionsträger vertreten sind. Manche Parteimitglieder befürchten, dadurch gebe es weniger parteiinterne Demokratie, sagt Lederer. Er hingegen glaubt, das neue Gremium verbessere den Austausch zwischen der Partei und ihren Verantwortungsträgern. lvt

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