Parteikonferenz : Linke nominieren nach Plan – Wolf macht den Spitzenmann

Die Linke wird mit dem Spitzenkandidaten Harald Wolf in den Wahlkampf ziehen. Dem sonst eher zurückhaltenden Redner gelang ein starker Auftritt, bei dem er mit Themen wie dem Konflikt um die Wasserpreise punkten konnte.

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Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke).
Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Die Linke).Foto: dapd

Der Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen ist am Sonnabend auf einer Landesvertreterversammlung der Partei gewählt worden. Wolf gewann 89,6 Prozent der Delegiertenstimmen. Der für seine Zurückhaltung bekannte Redner hatte seine Genossen zuvor so beeindruckt, dass es mehrfach „Szenenapplaus“ gab, wie ein Stratege der Linkspartei sagte. Zumal der Konflikt mit Finanzsenator Ulrich Nußbaum über die Wasserpreise schien Wolf nachhaltig animiert zu haben. Er wiederholte mit Blick auf Nußbaums Vorgeschichte als Bremer Unternehmer, eine öffentlicher Versorgungsbetrieb sei etwas anderes als eine „Fischfabrik“.

Auch Wolfs Kolleginnen aus dem Senat legten in ihren Bewerbungsreden für die Nominierung auf der Landesliste Wert auf klare Profilbildung. Arbeitssenatorin Carola Bluhm stellte den Öffentlichen Beschäftigungssektor (ÖBS) als besonderen Erfolg der Linken heraus. Nach der Einigung mit dem Finanzsenator könnten nun weitere 2200 ÖBS-Stellen mit Langzeitarbeitslosen besetzt werden, für 1300 Euro im Monat und drei Jahre. „Sie werden unsere soziale Stadtgesellschaft stärken und sich selbst.“ Die Gemeinschaftsschule und das Fach Ethik seien weitere Erfolge der Linken, sagte Bluhm. Weil die Linke mehr und die SPD weniger politische Projekte verwirklicht habe, hätten die Sozialdemokraten mehr Zeit, die Linke zu kritisieren. „Wir können besser mit den Schwächen der SPD umgehen als die SPD mit unseren Stärken“, spottete sie.

Umweltsenatorin Katrin Lompscher, die sich um den dritten Listenplatz bewarb, erinnerte an die Zeit vor der ersten rot-roten Koalition. Damals sei Berlin „die Hauptstadt von Filz und Korruption“ gewesen. Heute könnten die Linken mit Stolz auf Erfolge in Gesundheits-, Umwelt- und Verbraucherschutzpolitik verweisen. Diese seien „elementar für den Alltag“. So habe die Linke den Bau eines Kohlekraftwerks in Lichtenberg verhindert. Nominiert wurden auch Landeschef Klaus Lederer, Martina Michels, Fraktionschef Udo Wolf und als Neuzugang die Sozialpolitikerin Katrin Möller.

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