Personalwirtschaft : Vermittlungsrekord für Stellenpool

Der seit 2004 bestehende Stellenpool des Landes Berlin hat nach Angaben des Senats im vergangenen Jahr so viele Beschäftigte vermittelt wie noch nie. Bis 2014 müsse das Land weitere Beschäftigte abbauen, so Finanzsenator Sarrazin.

BerlinDen 1354 Zugängen stünden 2090 Mitarbeiter gegenüber, die den Stellenpool wieder verlassen hätten, sagte Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Das sei das beste Ergebnis seit Bestehen des Zentralen Personalüberhangmanagements (ZeP).

Das ZeP habe sich "als unverzichtbarer, innovativer Bestandteil einer effektiven Personalwirtschaft" erwiesen, sagte der Finanzsenator. Dank dieser Einrichtung könne auf aktuelle Situationen oft schnell reagiert werden. Der Stellenpool "lebt in der Tat und wird noch ein langes Leben haben", fügte Sarrazin hinzu. Denn im Vergleich zu anderen Städten habe das Land Berlin noch immer zu viele Mitarbeiter und werde noch bis 2014 Beschäftigte abbauen müssen.

Das Ergebnis vom vergangenen Jahr ist den Angaben zufolge insbesondere auf die Vermittlung von rund 400 Erziehern in Kitas und in die Schulbetreuung zurückzuführen. Zudem seien rund 500 Handwerker und Servicepersonal in den Landesbetrieb für Gebäudewirtschaft versetzt worden. Insgesamt sei der Landeshaushalt im vergangenen Jahr durch die Arbeit des ZeP um etwa 87 Millionen Euro entlastet worden. Von den fast 5000 Mitarbeitern im Überhang seien mehr als 1000 wegen Dauererkrankungen oder Vorruhestands nicht vermittelbar.

Grüne kritisieren "angebliche Vermittlungserfolge"

Nach Darstellung der Grünen findet eine "Qualifizierung faktisch kaum satt". In der Zeit von Mai 2004 bis September 2007 habe beispielsweise nur jeder dritte im Pool befindliche Handwerker eine Qualifizierungsmaßnahme erhalten. Die "angeblichen Vermittlungserfolge" hingen eher von unabhängigen Entwicklungen wie der Gründung der bezirklichen Ordnungsämter ab, wohin zahlreiche Mitarbeiter hätten versetzt werden können.

Weiterbildungsmaßnahmen werden nach den Angaben von ZeP-Direktor Peter Buschmann gezielt angeboten, wenn an solchen Qualifizierungen auf dem Markt auch Bedarf bestehe. So beispielsweise im Bereich Allgemeine Verwaltung, sagte Buschmann. Diese Leute seien sehr gefragt. Geschult wurden demnach auch Mitarbeiter für die Kiezstreifen in den Bezirken oder für die Ordnungsämter, die künftig den Nichtraucherschutz und die Umweltplaketten kontrollieren sollen. Für letztere Tätigkeit hätten sich bereits über 70 Mitarbeiter aus dem Stellenpool freiwillig bereiterklärt - 88 werden gebraucht. (imo/ddp)

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