Politik : Sarrazin: Lieber Schwarzarbeit als Fernsehen

Gerade noch reumütig über die Debatte des Hartz-IV-Speiseplans, bringt Finanzsenator Thilo Sarrazin erneut einen Stein ins Rollen. Seine These: Lieber Schwarzarbeiten als Fernsehen.

BerlinDer Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat sich in den vergangenen Wochen unbeliebt gemacht: Debatten über einen Hartz-IV-Speiseplan, der gleichzeitig beim Abnehmen helfen soll und die angeblich witzige Äußerung über den Bildungsstand Berliner Schüler. Er zeigt sich reumütig in Bezug auf den Hartz-IV-Speiseplan und sorgt gleichzeitig mit neuen Äußerungen für Empörung.

"Wenn der Rechner Sarrazin etwas sagt, sieht man auch immer den Senator Sarrazin und den SPD-Mann, insofern war das eine von mir nicht beabsichtigte Kommunikation", sagt Sarrazin in der N24-Talksendung "Links-Rechts". "Es war richtig, dass ich da rechnete , es war sicherlich falsch, das in einen Speiseplan zu gießen", erklärt er weiter. Er habe lediglich die Ausgaben eines Hartz-IV-Empfängers kontrollieren wollen. Er habe gedacht, dies sei anschaulicher, es hätten aber viele Menschen falsch verstanden. "Es ist mein Wesen, dass ich oft sage, was ich denke", fügt er hinzu. Gesagt getan, und auch zu folgendem Thema macht sich Thilo Sarrazin seine Gedanken: die Schwarzarbeit. Einerseits sei Beschäftigung ohne Sozialabgaben empörend, "ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet".

Der Linke-Landeschef Klaus Lederer hat für Sarrazins provokante Äußerungen eine Erklärung. Er wolle "mit aller Kraft seine Rolle als Enfant terrible in den Vordergrund stellen" und auf diese Art und Weise seinen Weggang als SPD-Politiker erzwingen. Lederer spielt dabei auf Gerüchte an, wonach Sarrazin Ambitionen auf einen Manager-Posten bei der Bundesbank nachgesagt werden. (tbe/ddp)

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