Pro Reli : Theologe gegen Wahlpflichtfach Religion/Ethik

Michael Bongardt, der geschäftsführende Direktor des Instituts für vergleichende Ethik an der FU, hat sich am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur gegen das Anliegen der Initiative Pro Reli ausgesprochen. Ethik soll weiterhin Grundlage für einen freiwilligen Religionsunterricht sein.

Der Geschäftsführende Direktor des Instituts für vergleichende Ethik an der Freien Universität (FU) Berlin, Michael Bongardt, hat sich gegen die Einführung eines Wahlpflichtfachs Religion/Ethik an den Schulen ausgesprochen. Er stimme der Initiative "Pro Reli" zwar zu, dass es sinnvoll sei, Religion an Schulen zu unterrichten, sagte der katholische Theologe und ehemalige Priester am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur.

Er halte es aber nicht für notwendig, Religion und Ethik in Konkurrenz miteinander zu setzen, so dass man zwischen beiden wählen müsse. "Für mich ergänzen sich diese beiden Fächer sehr gut", sagte Bongardt. "Religion bleibt ein freiwilliges Fach." Der Verein "Pro Reli" strebt dagegen ein Modell an, nach dem beide Fächer gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Die Berliner können bei einem Volksentscheid am 26. April darüber entscheiden. Seit 2006 ist Ethik ein Pflichtfach, Religion kann zusätzlich gewählt werden.

Schüler verschiedener Herkunft miteinander ins Gespräch bringen

Der Theologe betonte, der Ethik-Unterricht habe das "erklärte Ziel", Schüler verschiedener religiöser, kultureller und sozialer Herkunft miteinander ins Gespräch zu bringen, so dass sie "über ihre Unterschiede hinweg dazu kommen, gemeinsame Grundregeln zu entdecken und einzuüben, die ein Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft möglich machen."

Im Religionsunterricht dagegen werde zwar über andere Religionen gesprochen, jedoch nicht mit ihnen, sagte Bongardt. Er fügte hinzu: "Das Sprechen mit anderen ist etwas völlig anderes, und ich halte den Ethik-Unterricht für eine sehr gute Möglichkeit, das Miteinandersprechen einzuüben." (jz/ddp)

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