Prozess : Mutter gesteht Kindstötung

Im Dezember vergangenen Jahres brachte eine 22-Jährige aus Nauen ihr Kind um, indem sie es in einer Tüte im Schrank versteckte. Später legte sie die Tüte mit dem toten Baby in einer Scheune ab. Vor dem Gericht hat sie nun reumütig ihre Tat gestanden.

PotsdamIm Prozess um den Tod eines Neugeborenen aus Nauen hat die Mutter gestanden, ihr Kind getötet zu haben. Sie habe am 14. Dezember 2007 im Badezimmer ihrer Eltern heimlich einen lebensfähigen Jungen zur Welt gebracht, sagte die 22-jährige Anne G. am Donnerstag vor dem Potsdamer Landgericht. Nach der Geburt habe sie den Säugling in ein Handtuch eingewickelt. An Details könne sie sich nicht erinnern. "Irgendwann saß ich dann unten in der Wohnstube, alleine", berichtete die Mutter. Sie habe aus der Küche eine Plastiktüte geholt, den Säugling darin verpackt und im Schrank versteckt.

Anschließend habe sie versucht, die Tat zu verdrängen. "Ich habe bewusst an etwas anderes gedacht", sagte G., die einen dreijährigen Sohn hat. Sie sei nervös gewesen und habe schlecht geschlafen. Kurz vor Silvester habe sie die Tüte aus dem Schrank geholt, sei über den Zaun auf das angrenzende Grundstück mit einem leerstehenden Haus geklettert und habe das tote Baby in einer Scheune abgelegt.

Als Anfang Februar die Polizei die Leiche entdeckt und bei ihr geklingelt habe, sei sie aufgelöst gewesen und habe alles zugegeben, sagte G. Sie bereue die Tat. "Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es tun." Das Urteil wird für den 4. September erwartet. (nal/ddp)

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