Risiko-Objekte : Verkauf von Immobilien gescheitert

Der Verkauf der Risikoimmobilien der ehemaligen Bankgesellschaft Berlin an einen privaten Investor ist geplatzt. Finanzsenator Ulrich Nußbaum hat die monatelangen Verhandlungen am Freitag gestoppt.

Am Ende war nur noch ein Interessent im Rennen, der offenbar nicht bereit war, alle Finanzrisiken der geschlossenen Immobilienfonds vertraglich zu übernehmen und einen angemessenen Preis zu zahlen. „Die wirtschaftliche Lage auf dem Immobilien- und Finanzmarkt ist derzeit nicht geeignet, ein Immobilienvermögen im Wert von 4,1 Milliarden Euro zu veräußern“, begründete Nußbaum seine Entscheidung.

Damit hat sich die optimistische Ankündigung des Ex-Finanzsenators Thilo Sarrazin vom April dieses Jahres erledigt, das Immobilienpaket noch vor den Sommerferien zu guten Konditionen veräußern zu können. Stattdessen lief Berlin jetzt Gefahr, so verlautete aus der Finanzverwaltung, bei einem voreiligen Geschäftsabschluss viel Geld draufzahlen zu müssen. Im Oktober 2008 hatte Sarrazin das Bieterverfahren gestartet. Zum Verkauf stand die landeseigene Berliner Immobilien Holding (BIH), die 595 Objekte mit 42 075 Mieteinheiten (Wohnungen und Gewerbe) aus den in den neunziger Jahren aufgelegten Risikofonds verwaltet und entwickelt. Acht Investoren aus dem In- und Ausland hatten Angebote eingereicht. Mit der Viscon AG war sogar ein Berliner Immobilienunternehmen dabei. Um die üppigen Garantien für die Fonds zu erfüllen, waren vor zwei Jahren 5,3 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Landesbank Berlin zurückgelegt worden. Außerdem wurden zehntausende Fondsanteile von privaten Kleinanlegern zurückgekauft. za

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