Schule : Gewerkschaft ruft Lehrer zu Warnstreik auf

Seit 2003 werden angestellte Lehrer in Berlin nicht mehr nach Tarif bezahlt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft streitet nun mit dem Land um die Übernahme des Vertrags und will mit Warnstreiks den Druck erhöhen.

BerlinIm Streit um die Übernahme des Tarifvertrags der Länder für die rund 5000 angestellten Lehrer in Berlin will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Warnstreiks den Druck erhöhen. Trotz des Angebots von zwei Gesprächsterminen durch Innensenator Ehrhart Körting (SPD) würden 30 angestellte Lehrer an der Spandauer Knobelsdorff-Schule am Dienstag die Arbeit niederlegen, kündigte die GEW-Landesvorsitzende Rose-Marie Seggelke an.

Sie kritisierte, Körting habe einen Monat verstreichen lassen, bevor er ein Terminangebot für Gespräche vorgelegt habe. Die angestellten Lehrer verstünden nicht, warum sie so lange hingehalten worden seien. Immerhin habe der Senator bereits vor 14 Tagen in einer Zeitung seine Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Nach Angaben der GEW-Landeschefin sollte die Tarifkommission der Gewerkschaft am Nachmittag zusammentreten, um über die Durchführung oder Aussetzung weiterer Aktionen zu beschließen.

Laut GEW gilt seit November 2006 in allen Bundesländern außer Hessen und Berlin der Tarifvertrag der Länder. Seggelke verwies darauf, dass der tariflose Zustand seit 2003 zu einer materiellen Schlechterstellung der Lehrkräfte in Berlin um derzeit etwa zehn Prozent gegenüber ihren Kollegen in den anderen Bundesländern geführt habe. (mit ddp)

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