Schulen : Zöllner will Gymnasien ab der fünften Klasse

Bildungssenator Jürgen Zöllner erntet für seine Schulreformpläne von der Gewerkschaft heftige Kritik: Grundschulkinder sollen bereits ab der fünften Klasse auf das Gymnasium wechseln können und die Schulen sollen sich die Schüler selbst aussuchen können.

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Jürgen Zöllner macht sich mit seinen Reformplänen nicht überall beliebt. -Foto: dpa

BerlinEs müsse Alternativen zum gemeinsamen Lernen in der geplanten Regionalschule geben - für die, "die es wollen und können", sagte Zöllner der "tageszeitung". "Ich finde, dass wir ein solches Angebot brauchen, wenn wir so etwas wie die kreativste Metropole Europas sein wollen", fügte er hinzu.

Normalerweise besuchen Berliner Kinder bis zur sechsten Klasse die Grundschule und können dann auf das Gymnasium wechseln. Die besten Schüler können bereits nach der vierten Klasse auf das grundständige Gymnasium übertreten. Auch der Zugang zum Gymnasium müsse neu geregelt werden, sagte Zöllner. Er plädierte dafür, dass die Gymnasien künftig selbst prüfen, welche Schüler sie aufnehmen.

GEW: "Ein Schlag ins Gesicht"

Zöllners Ansichten stoßen dem Bericht zufolge auf heftigen Widerstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Deren Vorsitzende Rose-Marie Seggelke sagte: "Das ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich dafür einsetzen, dass es mit der Gemeinschaftsschule vorangeht." Der Landeselternausschuss begrüßte dagegen die Pläne.

Zöllner hatte in der vergangenen Woche in einem Eckpunkteplan seine Ziele für die Weiterentwicklung der Schulstruktur verkündet. Demnach soll in einem ersten Schritt ab 2010/2011 eine integrierte Haupt- und Realschule geschaffen werden. Damit könne vor allem "die Abhängigkeit des Lernerfolgs vom sozialen Hintergrund reduziert werden", sagte Zöllner. (imo/ddp)

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