Senat : Mauergedenkstätte wird teurer

Der Senat hat sich verschätzt. Das Gesamtkonzept zum Gedenken an die Berliner Mauer wird nun voraussichtlich ein Viertel mehr kosten als ursprünglich geplant. Als Grund nennt der Senat unter anderem die gestiegenen Grundstückpreise. Festhalten will er an dem Vorhaben trotzdem.

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Verschätzt. Für die Erweiterung der Gedenkstätte rechnet der Berliner Senat jetzt mit neun Millionen Euro mehr. -Foto: Thilo Rückeis

Die geplante Mauergedenkstätte wird offenbar teurer als ursprünglich geplant. Nach neuesten Berechnungen geht der Senat nun von Kosten in Höhe von 46,4 Millionen Euro aus – neun Millionen Euro und damit ein Viertel mehr als noch im Juni 2006 veranschlagt waren.

Verantwortlich für die Mehrkosten sei nach Angaben von Kulturstaatssekretär André Schmitz insbesondere die Gedenkstätte an der Bernauer Straße. 800.000 Euro mehr müsste der Senat Medienberichten zufolge für den Kauf von Grundstücken zwischen Garten- und Brunnenstraße in Mitte ausgeben. Die ursprüngliche Planung sei laut Schmitz auf der Basis der Grundstückswerte von 2004 erfolgt. Seitdem sei das Umfeld der Gedenkstätte aufgrund der verbesserten Infrastruktur deutlich attraktiver für Investoren geworden, so Schmitz.

Hoffen auf Geld vom Bund

Neben den Grundstückspreisen wird voraussichtlich auch der geplante Infopavillon an der Bernauer Straße deutlich teurer. Rund eine halbe Millionen Euro mehr - und damit 1,9 Millionen - will sich der Senat diesen nach den aktuellen Berechnungen kosten lassen. Schmitz ließ in seinem Bericht jedoch keinen Zweifel: Trotz der Mehrkosten will der Senat an dem Projekt festhalten.

An der Finanzierung des Gesamtkonzepts soll sich auch der Bund beteiligen. Unklar ist bislang allerdings noch, in welcher Höhe. Der Senat hofft auf Unterstützung in Höhe von mindestens der Hälfte der anfallenden Kosten.

Das Konzept zur Erinnerung an die deutsche Teilung war 2006 beschlossen worden. Es sieht vor, die zentrale Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße zu einer weiträumigen Erinnerungslandschaft auszubauen, die künftig vom Nordbahngelände bis zum Mauerpark reicht. Einbezogen werden sollen aber auch Orte wie der ehemalige Ost-West-Grenzübergang Checkpoint Charlie und der Potsdamer Platz. Wesentliche Teile des Gedenkkonzepts sollen nach Angaben des Sprechers der Kulturverwaltung, Torsten Wölert, bis zum 20. Jahrestag des Mauerfalls 2009 realisiert sein. Die komplette Fertigstellung ist für 2011, den 50. Jahrestag des Mauerbaus, geplant. (nim/ddp)

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