Serie "Berlin hat die Wahl" (8) : Bildung: Streit um Verbeamtung, Losverfahren und Personal

Jeder dritte Berliner ist direkt und existenziell vom Thema Schule betroffen. Eltern, Lehrer und – zumindest die älteren – Schüler erwarten in dieser Hinsicht viel vom nächsten Senat.

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Gut betreut. Schüler und Lehrer in Berlin wollen keine Reformen mehr, sondern nur in Ruhe lernen und lehren. Ihre Wunschliste: genug Personal, gute Atmosphäre, saubere Räume. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Gut betreut. Schüler und Lehrer in Berlin wollen keine Reformen mehr, sondern nur in Ruhe lernen und lehren. Ihre Wunschliste:...Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die ideologischen Grabenkämpfe sind vorbei Jetzt geht es darum, das Vorhandene auszubauen Das kostet mehr Geld, als Berlin hat. Wer gibt das zu?

Eltern, Lehrer und Schüler wollen keine Reformen mehr, sondern einfach in Ruhe lernen und lehren. Wenige Worte vereinen die Wünsche aller: genug Personal, eine gute Atmosphäre, saubere Räume.

Vorbei die Zeit, da Parteien sich durch ideologische Grabenkämpfe profilieren konnten. Seit der Abschaffung der Hauptschulen und seit der Mutation der Gesamtschulen vom roten Tuch der bürgerlichen Parteien zur akzeptierten Sekundarschule wird über Strukturen nicht mehr gestritten. Der Trotz, mit dem Reinickendorf als letzter Bezirk verhindern will, dass eine Gemeinschaftsschule entsteht, darf getrost als finales Scharmützel vergangener Schlachten verbucht werden. Auch Ganztagsschulen werden nicht mehr ernsthaft bekämpft.

Insofern hat es der nächste Senat schwer. Er kann sich nicht mehr mit spannenden Pisa-befeuerten Reformen profilieren, sondern muss sehen, wie er das, was da ist, optimal ausbaut. Und dazu braucht er Geld. Viel Geld. Dreistellige Millionensummen sind im Gespräch – jährlich. Für den Ausbau der Horte, für eine größere Vertretungsreserve, für eine Präsenzpflicht der Lehrer, damit sie mehr Zeit haben für Teamarbeit und Elterngespräche. Weitere 700 Millionen Euro werden dazu noch veranschlagt, um die Schulen zu sanieren.

Woher soll der nächste Senat dies Geld nehmen? Wird er die Lehrer wieder verbeamten, um sich erst mal wenigstens um die Rentenbeiträge zu drücken? Das wird nicht reichen. Und dann? In den Parteiprogrammen steht nichts dazu. Vielleicht bringt da der Wahlkampf noch ein paar Erkenntnisse. Mal sehen, ob sich jemand verplappert und das ausspricht, was alle denken: Berlin hat doch gar kein Geld für das, was Lehrer, Eltern und Schüler sich wünschen.

Was Wähler kritisieren

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