Staatsoper-Sanierung : Linke wirft Wowereit taktische Fehler vor

Der Kulturexperte der Linken, Wolfgang Brauer, ist "empört" über den Stopp der Bundesmittel für die Sanierung der Berliner Staatsoper - ärgert sich aber gleichzeitig über das Vorgehen von Klaus Wowereit.

Berliner_Staatsoper
Sanierung unklar. Die Staatsoper Unter den Linden. -Foto: ddp

BerlinDas sei eine "verantwortungslose Politik und erschüttert nachhaltig das Vertrauen in den Bund", sagte Brauer. Die "Berliner Zeitung" hatte berichtet, dass gestern die zugesagten Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro zur Sanierung der Staatsoper vorläufig gestoppt worden seien.

Das Blatt berief sich auf Kreise des Bundestags-Haushaltsausschusses. Als Grund wurde die unnachgiebige Haltung Berlins im Streit um die Kosten für den Flughafen Tempelhof genannt. Zugleich war der Zeitung zufolge von einem "Denkzettel für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit" (SPD) die Rede. Wowereit hatte eine Übernahme Tempelhofs mit allen Defiziten und Risiken abgelehnt, die der Bund im Gegenzug für zusätzliche Finanzhilfen fordert. Neben der Staatsoper geht es dabei um hauptstadtbedingte Aufgaben im Bereich der Sicherheit, für die der Bund statt bisher 38 rund 60 Millionen Euro bereitstellen wollte.

Inhaltlich teile er die Auffassung des Regierenden Bürgermeisters, sagte Brauer. Er bezeichnete das "Junktim" als "unerhörten Vorgang", weil beides nicht zusammengehöre. Es sei eine "Unverschämtheit, zulasten der Staatsoper und einer künftigen Entwicklung des Flughafens Tempelhof sein Mütchen zu kühlen", sagte der Politiker. Allerdings sei es von Wowereit "taktisch unklug" gewesen, öffentlich zu verkünden, dass Berlin die Sanierung der Staatsoper notfalls auch allein finanziere. (mit ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar