Stadtverschmutzung : 146 Millionen Hundehaufen zieren jährlich Berlins Straßen

400.000 Tretminen verschmutzen pro Tag die Hauptstadt, erklärte der SPD-Abgeordnete Michel Arndt. Er wollte darum vom Parlament wissen, was der Senat gegen die Verschmutzung für Maßnahmen ergreift.

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Tretminen: Slalomlaufen auf Berlins Straßen. -Foto: ddp

BerlinSage und schreibe 146 Millionen Haufen Hundekot pflastern Berlin pro Jahr und täglich stehen die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) 400.000 Tretminen gegenüber, so der SPD-Abgeordnete Michael Arndt. Er wollte in einer kleinen Anfrage an das Abgeordnetenhaus wissen, welche Maßnahmen der Senat unternimmt, um dem Häufchen-Problem Herr zu werden.

Die Ordnungsämter der Bezirke führen in der Antwort an, dass 145 verwarnende Bußgelder in Höhe von 35 Euro seit November 2006 in den Bezirken Pankow, Spandau, Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg erhoben wurden. Zudem wurden 28 rechtswirksame Bußgeldbescheide in unterschiedlicher Höhe erlassen. Nach dem Straßenreinigungsgesetz können Verstöße mit Geldstrafen in Höhe von fünf Euro bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Ordnungsämter: Schwierig, Schmutzsünder auf "frischer Tat" zu ertappen

Nach Angaben des Umweltsenats waren im letzten Jahr 107.000 Hunde registriert, die 10,7 Millionen Euro in die Landeskasse spülten. Zudem teilte der Senat mit, dass die Projektgruppe "Saubere Stadt" Ende 2005 aufgelöst wurde. Nach Angaben der Bezirke ist es äußerst schwierig, Hundehalter, die die Häufchen ihrer Tiere nicht wegmachen, auf "frischer Tat" zu ertappen. Die Häufigkeit der Reinigungseinsätze der BSR richtet sich nach der Eingruppierung der Straßen in Reinigungsklassen.

Zudem verwies der Senat in seiner Antwort darauf, dass eine zusätzliche Beseitigung der Tretminen durch den täglichen Einsatz von Hundekotbeseitigungsmobilen und dem Pilotprojekt "Dog-Service-Station" erfolgt. Dafür wurden Stelen mit Tütenspendern und Abfallbehältern in Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg aufgestellt. Weitere Maßnahmen oder Initiativen sind zurzeit nicht vorgesehen, um dem Hundekot-Problem entgegenzutreten.

Die Unterstützung von privaten Aktivitäten, um die Tretminen zu beseitigen, können daneben nicht angenommen werden, da die Beseitigung der Hinterlassenschaften der Vierbeiner gesetzlich geregelt ist. (imo)

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