Standort-Studie : Sarrazin kritisiert Ländervergleich

Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin hat scharfe Kritik an der jüngsten Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Standortwettbewerb der Bundesländer geübt. Berlin war dort in fast allen Bereichen auf einem der letzten Plätze gelandet.

Berlin"In der Studie werden größtenteils veraltete Zahlen und vielfach ungeeignete Indikatoren verwandt, die dann noch teilweise falsch interpretiert werden", sagte Sarrazin (SPD) der "Berliner Zeitung". So messe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf die Wirtschaftskraft, nicht das Einkommen der Bürger. "Ein Standort mit niedrigem Einkommen ist auch nicht unbedingt ein schlechter Standort, sondern im Gegenteil, man kann dort billiger produzieren", sagte Sarrazin.

Ganz unerwähnt lasse die Studie, dass die niedrigen Wohn- und Immobilienkosten Berlins bundesweit ein großer Vorteil seien. Den Vorwurf der Bertelsmann-Stiftung, dass es dem "subventionsgewöhnten Berlin" schwer falle, ohne Bundeshilfen auszukommen, bezeichnete Sarrazin als "ideologischen Quark". Kein Land habe seit 2001 solch scharfe Konsolidierungsschritte vorgenommen wie Berlin. "In punkto konsequenter Konsolidierung wird Berlin mehr und mehr zum bundesweiten Vorbild", sagte der Finanzsenator. (mit ddp)

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