Stasi : Wowereit: "Kurras war kein Einzelfall"

Niemand könne ernsthaft überrascht sein, dass die Stasi auch in den West-Berliner Sicherheitskreisen Agenten platziert habe, hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gestern im Abgeordnetenhaus zum Fall Kurras erklärt.

BerlinNiemand könne ernsthaft überrascht sein, dass die Stasi auch in den West-Berliner Sicherheitskreisen Agenten platziert habe, hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gestern im Abgeordnetenhaus zum Fall Kurras erklärt. „Ich glaube nicht, dass Herr Kurras ein Einzelfall war“, sagte Wowereit. Er warnte aber davor, den Fall Kurras politisch zu instrumentalisieren und hypothetische Fragen zu stellen, wie sich die Studentenbewegung entwickelt hätte, wenn die Stasi-Verwicklung Kurras'' nach dem Tod Ohnesorgs bekannt geworden wäre.

Innensenator Ehrhart Körting setzt sich für eine Erforschung der Stasi-Tätigkeit in West-Berlin ein. Er sagte in der Fragestunde des Abgeordnetenhauses, der Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Martin Gutzeit, prüfe derzeit ein Forschungsvorhaben zur Stasi-Tätigkeit im Westen. Das Thema war wegen der Enthüllungen über den West-Berliner Polizisten Karl-Heinz Kurras aufgekommen.

Körting lehnte eine abermalige Überprüfung der Polizei auf Mitarbeiter ab. Versäumnisse habe es nicht gegeben. Er erinnerte daran, dass in den Jahren 1990 nicht allein alle aus dem Osten stammenden Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes von der Stasiunterlagen-Behörde überprüft worden sind. Auch die aus dem Westen stammenden Mitglieder des Senats, der Bezirksämter, der sicherheitsrelevanten Bereiche, des Verfassungs- und des Staatsschutzes seien auf Stasi-Belastungen hin untersucht worden. Allein zu den West-Berliner Polizisten habe es 2823 Anfragen bei der damals noch Gauck-Behörde genannten Einrichtung gegeben. wvb.

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