Steueraffäre : Ermittlungen gegen 20 Berliner

Unter den Steuersündern, gegen die derzeit im Rahmen der Liechtenstein-Affäre ermittelt wird, sollen auch 20 Berliner sein. Um wen es sich handelt und wie viel Geld an Berliner Finanzämtern vorbeigeschleust wurde, ist nicht bekannt.

Wegen Steuerhinterziehung über das Fürstentum Liechtenstein wird in Berlin gegen rund 20 Personen ermittelt. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sagte im Abgeordnetenhaus, die "Liste mutmaßlicher Steuerhinterzieher" umfasse diese Zahl an Berliner Bürgern. Zur Höhe der hinterzogenen Steuern konnte Sarrazin keine Angaben machen. Die Verfahren seien mittlerweile beim Finanzamt für Fahndung und Strafsachen anhängig.

Nach Angaben des Senators werden bundesweit schätzungsweise fünf Prozent der Steuern hinterzogen. Dies entspreche einer Summe von rund 25 Milliarden Euro pro Jahr. Auf Berlin entfielen im Jahr rund 700 Millionen Euro.

228 Jahre Haft für Berliner Steuersünder

Rund 1700 Steuerfahndungen seien im vergangenen Jahr in Berlin abgeschlossen worden, sagte Sarrazin. In 1000 Fällen hätten die Beamten Amts- und Rechtshilfe für andere Behörden geleistet. Es habe 400 Durchsuchungen im Zusammenhang mit Steuerhinterziehungen gegeben. Insgesamt seien 30 Millionen Euro an zusätzlichen Steuern sowie fünf Millionen Euro an Bußgeldern eingetrieben worden.

Die Zahl der Steuerstrafverfahren lag laut Sarrazin im vergangenen Jahr bei 3205, davon wurden 503 an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Die Zahl der verhängten Haftstrafen für Steuersünder summiere sich 2007 auf 228 Jahre. Dies sei ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, unterstrich Sarrazin.

Die Steuerfahnder ermitteln derzeit bundesweit gegen mehrere hundert Personen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Dabei geht es insbesondere um Geldanlagen in Stiftungen im Fürstentum Liechtenstein. Im Zusammenhang mit der Steueraffäre hatten deutsche Ermittlungsbehörden rund fünf Millionen Euro für geheime Daten über Liechtensteiner Bankkonten gezahlt. (nim/ddp)

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