Stolpersteine : NPD provoziert Bezirke

Rechtsextreme fordern in den Bezirksverordnetenversammlungen "rote Stoplersteine" für die "Opfer der Sowjetbesatzung“ - notfalls mit Protesten.

Hannes Heine

BerlinDie Berliner NPD gibt nicht auf: Die rechtsextreme Partei fordert weiterhin, vor den Häusern von „Opfern der Sowjetbesatzung“ in ganz Berlin „rote Stolpersteine“ einzusetzen. In den vergangenen Tagen waren in den Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) von Neukölln, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf dahingehende Anträge der NPD abgelehnt worden. Möglicherweise vergessen hat die NPD, dass Neukölln zur amerikanischen Besatzungszone gehörte, monieren Kritiker: Nur für wenige Monate hatte die Rote Armee den Bezirk unter Kontrolle. In der BVV Lichtenberg, in der ebenfalls NPD-Vertreter sitzen, ist noch nicht über den rechtsextremen Vorschlag abgestimmt worden. Eine Ablehnung des Antrages bei der nächsten Sitzung im Mai gilt als sicher.

„Wir geben die Stolpersteine aber nicht auf“, sagte der Berliner NPD-Landesvorsitzende Eckart Bräuniger dem Tagesspiegel. In den nächsten Tagen werde man über ein geeignetes Vorgehen nachdenken. „Das könnten auch berlinweite Aktionen sein“, sagte Bräuniger. Derweil bereitet man sich in der NPD-Bundeszentrale in der Köpenicker Seelenbinderstraße auf den Parteitag in Bamberg vor: Am 24. und 25. Mai werden sich die rechtsextremen Delegierten in der oberfränkischen Stadt treffen.

Die Idee für ihre Stolpersteine-Aktion hat die NPD offenbar von einem Gegner der Rechtsextremen: Vom Kölner Künstler Gunter Demnig sind seit 1994 mehr als 13.000 antifaschistische Stolpersteine in über 280 deutschen Städten eingeweiht worden. Demnig erinnert damit an die Opfer des Nationalsozialismus; die kleinen Gedenksteine aus Messing werden vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort in den Gehweg eingelassen. Auf ihnen sind Namen der Opfer zu lesen.

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