Streiks im Einzelhandel : Berliner H&M-Mitarbeiter in Wut

Sieben Berliner und Brandenburger Filialen der Modekette H&M werden heute bestreikt. Das Unternehmen habe sich in der Tarifauseinandersetzung völlig zurückgehalten, begründet Verdi die Arbeitsniederlegungen. Die Beschäftigten seien "richtig wütend".

455 Beschäftigte der Berliner H&M Filialen waren am heutigen Freitag zu einem ganztägigen Streik aufgerufen, teilt die Gewerkschaft Verdi mit. Jedoch haben sich nach Informationen von tagesspiegel.de nur gut 60 den Arbeitsniederlegungen angeschlossen . H&M sei ein bedeutendes tarifgebundenes Unternehmen und hielte sich in der Tarifauseinandersetzung des Einzelhandels völlig zurück. Schon in den vergangenen Wochen hatten H&M Beschäftigte an einer Vielzahl von Streikmaßnahmen teilgenommen, der Wunsch nach einem eigenen H&M-Streiktag kam nun aus den Reihen der Beschäftigten. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die immer noch ergebnislose Tarifrunde im Einzelhandel. Insbesondere die Forderung der Arbeitgeber nach Streichung der Zuschläge für Arbeit zu ungünstigen Zeiten verärgerten die Mitarbeiter zunehmend.

"Die Kolleginnen und Kollegen sind richtig wütend über die Haltung der Arbeitgeber" sagte Sabine Zimmer, Fachsekretärin im Einzelhandel und zuständig für H&M. "Nicht nur die festgefahrene Zuschlagsfrage, sondern auch das bisherige Angebot von nur 1,7 Prozent mehr Gehalt führen dazu, dass nicht nur Weihnachten vor der Tür steht sondern auch die Beschäftigten", so Zimmer weiter. Die Streikenden wollten sich um 9 Uhr im DGB-Haus in der Keithstraße in Berlin-Schöneberg zu einer Streikversammlung treffen. Um 11 Uhr gab es eine Kundgebung vor einer Filiale am Kurfürstendamm.

Allerdings sei es nicht gelungen, eine der bestreikten Filialen dazu zu bringen, schließen zu müssen, sagte Zimmer gegenüber tagesspiegel.de. "Mitarbeiter aus anderen Filialen, in denen es keinen Betriebsrat gibt, haben die bestreikten Filialen unterstützt - ohne zu wissen, was sie da eigentlich tun", so die Gewerkschaftlerin weiter. Unter anderem seien in Berlin die Filialen am Kurfürstendamm, im Gesundbrunnencenter und in den Schönhauser Allee - und Potsdamer Platz - Arcaden betroffen. (mist)

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