Streit um BBI : Wowereit: Grüne müssen „Farbe bekennen“

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verlangt von den Grünen eine klare Position im Streit um den geplanten Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI).

Am Donnerstag sagte Klaus Wowereit im Berliner Abgeordnetenhaus, die Grünen müssten „Farbe bekennen“, ob sie einen Flughafen auch mit internationaler Anbindung wollten. Der Senat wolle einen internationalen Flughafen, auch möglichst mit Drehkreuzfunktion, damit wirtschaftliche Entwicklung möglich sei. Diese würde durch einen „Provinzflughafen“ behindert, so Wowereit.

Wowereit, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist, sprach sich außerdem gegen ein Flugverbot in den sogenannten Tagesrandzeiten aus. Diese seien „elementar“. Beispielsweise könnten Fluglinien kein Drehkreuz einrichten, wenn sie zwischen 22.00 und 24.00 Uhr sowie zwischen 5.00 und 6.00 Uhr nicht fliegen dürften. Dies halte Verkehr ab, der für den Wirtschaftsstandort wichtig sei. In der Vergangenheit hätten sich Unternehmen beispielsweise nicht in Berlin angesiedelt, weil sie in anderen Städten bessere Bedingungen vorfänden.

Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011, Renate Künast, hatte eine neue Diskussion über die Ausrichtung des Flughafens gefordert. Es gehe darum, ob BBI ein internationales Drehkreuz werden solle oder lediglich eine Verbindung nach Europa. Einen Baustopp lehnte sie aber ab. Ihre Äußerungen hatten scharfe Kritik hervorgerufen. (dapd)

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