Tarifkämpfe : Gewerkschaften bereiten Streiks vor

Verdi stimmt am Montag über einen Streik im öffentlichen Dienst ab. Im Einzelhandel wollen die Beschäftigten ab 9 Uhr in den Ausstand treten.

Verdi
Gewerkschafter im Ausstand.Foto: ddp

BerlinDie Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Lehrerverband GEW wollen an diesem Montag über einen Streik im öffentlichen Dienst Berlins abstimmen. Bei der Gewerkschaft der Polizei läuft die Urabstimmung bereits seit vergangenem Donnerstag. Das Ergebnisse sollen in spätestens einer Woche vorliegen. Die Gewerkschaften verlangen 2,9 Prozent mehr Gehalt und für die drei zurückliegenden Jahre jeweils 300 Euro. Der Senat bleibt strikt: Der Tarifvertrag des Landes Berlin laufe erst 2010 aus.

Arbeitgebervertreter und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte betont, dass die hohe Verschuldung der Stadt derzeit keinen Raum für Lohnerhöhungen zu lasse. Am Mittwoch hatte es bei einem vorerst letzten Treffen zwischen dem Senat und den Gewerkschaften keine Annäherung gegeben. Einen Tag später traten nach Verdi-Angaben rund 10 000 Mitarbeiter in Berliner Kindertagesstätten, Behörden und Verwaltungen in einen Warnstreik.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kämpft derzeit neben dem öffentlichen Dienst und bei der BVG noch an einer weiteren Front: Am Montag sollen ab 9 Uhr Beschäftigte aus dem Einzelhandel die Arbeit niederlegen und sich vor dem Haus des Arbeitgeberverbandes in Kreuzberg versammeln.  Verdi fordert eine 6,5 Prozent mehr Geld und eine Angleichung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes sowie der Arbeitszeit: Die Mitarbeiter im Osten sollen demnächst unter den selben Bedingungen arbeiten wie die im Westen der Stadt. Anders als im öffentlichen Dienst sind nur wenige Beschäftigte im Einzelhandel Mitglied der Gewerkschaft. Streikaufrufen in Kaufhäusern und Supermärkten kamen in der Vergangenheit deshalb nur eine Minderheit der Mitarbeiter nach. (hah)

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