Tarifkonflikt : Gewerkschaften: Treffen erst nächste Woche

Die Einladung von Innensenator Körting zu einem Treffen am Freitag sei zu früh, hieß es aus den Reihen der Polizeigewerkschaft. Frühestens am Dienstag sei man gesprächsfähig. Das Angebot Körtings sei allerdings auch keins, über das sich reden ließe.

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Die Polizeigewerkschaft am 1. Mai auf einer Kundgebung. -Foto: ddp

BerlinDie Gewerkschaften wollen sich hinsichtlich des Tarifstreits im öffentlichen Dienst erst nächste Woche mit Innensenator Ehrhart Körting (SPD) treffen. Dieser hatte in einem Brief für den morgigen Freitag zu Gesprächen eingeladen. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sei das zu früh. "Wir sind gesprächsbereit, aber erst ab Dienstag gesprächsfähig", sagte GdP-Vorsitzender Eberhard Schönberg am Donnerstag in Berlin.

Über das Angebot müssten am Montag erst die Gewerkschaftsvorstände beraten, sagte Schönberg. Körting hatte den Angestellten zwei Einmalzahlungen für die Jahre 2008 und 2009 von 225 Euro angeboten. Der GdP-Vorsitzende deutete bereits an, dass die Stimmung bei den Streikenden signalisiere, dass Körtings Vorschlag kein Angebot sei, über das man reden könne. Die Gewerkschaften fordern für die rund 60.000 Arbeiter und Angestellten im Landesdienst drei Einmalzahlungen von je 300 Euro und eine Gehaltserhöhung von mindestens 2,9 Prozent.

Demonstranten reagierten mit Buh-Rufen auf Körtings Angebot

Dass das Angebot von Körting auf wenig Gegenliebe stößt, zeigte sich auch bei einer Demonstration vor dem Roten Rathaus in Mitte am Donnerstagmittag: Rund 1000 Angestellte hatten sich dort mit Trillerpfeifen und roten Plakaten mit der Aufschrift "Rote Karte, Herr Wowereit" versammelt.  Mit Buh-Rufen und Pfiffen reagierten die Demonstranten auf das auf der Kundgebung verlesene schriftliche Angebot des Innensenators. Eberhard Schönberg kündigte an, die Gespräche nächste Woche seien noch keine Tarifverhandlung. "Wir fordern ein verhandelbares Angebot", sagte Schönberg. Im Anschluss an die Kundgebung bildeten die Streikenden eine Kette um das Rathaus.

Die Streiks gehen vorerst weiter

Die Streiks sollen laut Schönberg vorerst wie geplant fortgesetzt werden. Der GdP-Vorsitzende forderte aber ungeachtet der zu erwartenden Terminverzögerung einen raschen Abschluss der Tarifverhandlungen. Die Lohnforderung der Gewerkschaften sei "moderat" und könne vom Senat erfüllt werden. "Wir müssen unsere Rituale nicht ausleben und einen Tarifabschluss lange hinauszögern."

Vom Streik betroffen waren am Donnerstag bei der Polizei der Zentrale Objektschutz, das Gefangenenwesen und die Bußgeldstelle. Außerden werden im Öffentlichen Dienst auch die Zulassungsstellen, das Ausländerbüro und das Führerscheinbüro im Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO), die Werkstätten und Verwaltungen der Feuerwehr sowie die Bürger- und Ordnungsämter in den Bezirken. Auch rund 100 Angestellte des Finanzamtes Berlin-Charlottenburg lassen im Zuge der Tarifauseinandersetzung die Arbeit ruhen. (kda/ddp)

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