Tarifkonflikt : Körting gibt nach

Innensenator Körting lädt zu Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ein. Es scheint Bewegung in den seit 2007 andauernden Konflikt zu kommen, doch die Gewerkschaften bleiben skeptisch.

BerlinNach monatelangen Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst hat Innensenator Ehrhart Körting (SPD) die Gewerkschaften zu Verhandlungen eingeladen, bestätigte eine Sprecherin der Senatsinnenverwaltung am Donnerstag. Der Innensenator habe den Freitag für die Aufnahme von Gesprächen vorgeschlagen. Bisher hatte er jede Art von offiziellen Verhandlungen abgelehnt.

"Wir nehmen die Einladung an", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Astrid Westhoff. Allerdings sei der Senator in seiner Einladung ein konkretes Angebot schuldig geblieben. "Wir wollen eine Lösung des Tarifkonfliktes, gehen aber mit sehr verhaltenem Optimismus in die Verhandlungen", fügte Westhoff hinzu. Der bisher von Körting angedeutete Verhandlungsrahmen decke nur zu einem Teil ab, was in anderen Bundesländern bereits bezahlt würde

Recht auf nachhaltige Gehaltserhöhungen

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßte die Einladung. Die Vorsitzende Rose-Marie Seggelke betonte, die GEW gehe "mit dem festen Willen zu einer konstruktiven Lösung in die Verhandlungen". Diese komme allerdings nur zustande, wenn ein "deutlich verbessertes Angebot" vorgelegt werde. Die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes hätten ein Recht auf nachhaltige Gehaltserhöhungen.

Nach Gewerkschaftsangaben waren am Donnerstag über 3000 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes, darunter vor allem in den Kita-Eigenbetrieben und den sozialpädagogischen Einrichtungen der Schulen am Streik beteiligt. Die Gewerkschaften hatten am Mittwoch eine gewisse Flexibilität in ihrer Forderung einer prozentualen Gehaltserhöhung signalisiert. (jg/ddp)

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