Umweltschutz : Keine Klimaanlagen mehr in Berliner Dienstwagen

Die Berliner Verwaltung soll in Zukunft auf umweltfreundliche Auto-Typen umsteigen. Umweltsenatorin Lompscher verschärft die Auflagen für die Anschaffung neuer Autos in den Behörden.

Klaus Kurpjuweit

Die Berliner Verwaltung, die derzeit bis hin zu den Dienstwagen des Regierenden Bürgermeisters und einiger Senatoren noch Autos besitzt, die zu laut sind und zu viele Schadstoffe ausstoßen, soll in Zukunft auf umweltfreundliche Typen umsteigen. Auch auf Klimaanlagen soll grundsätzlich verzichtet werden. Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat jetzt die Kriterien für das Leasen oder den Kauf neuer Fahrzeuge verschärft und den Behörden und landeseigenen Unternehmen zugeschickt. Ausnahmen soll es nur noch für die Dienstwagen des Regierenden Bürgermeisters und des Innensenators geben – wegen der besonderen Sicherheitskriterien, die ein gepanzertes und deshalb schweres Auto erfordern.

Der öffentliche Fuhrpark habe eine besondere Vorbildfunktion beim Einsatz sauberer und leiser Fahrzeuge sowie bei der Nachrüstung vorhandener Wagen, heißt es in dem Rundschreiben Lompschers. Es könne nicht sein, dass „die Verwaltung und deren politische Leitungen Fahrzeuge benutzen, die mehr Schadstoffe ausstoßen als nötig“. Angeschafft werden sollen grundsätzlich nur noch Modelle mit dem je nach Anforderung niedrigsten Schadstoffausstoß.

Außerhalb des öffentlichen Dienstes ist die Verwaltung hier rigide. Im nächsten Jahr will sie das Gebiet innerhalb des S-Bahnrings zur Umweltzone erklären, in der nur noch Autos fahren dürfen, die die EU-Abgasnormen erfüllen. Ab 2010 werden die Vorgaben weiter verschärft; dann dürfen in der Umweltzone nur noch Fahrzeuge unterwegs sein, die die grüne Plakette bei den Schadstoffgruppen besitzen. Für die Verwaltung und die Landesbetriebe seien keine weiteren Ausnahmen von den Verkehrsbeschränkungen der Umweltzone vorgesehen, schreibt Lompscher weiter. Ausnahmen gelten unter anderem für die Polizei und die Feuerwehr.

Für den Fuhrpark zulassen will Lompscher auch Erdgasfahrzeuge, die im Vergleich zu Dieselmotoren keine Partikel und nur etwa ein Zehntel Stickoxide ausstießen. Zudem seien sie deutlich leiser.

Und auch beim Lärm muss der Senat handeln. Weil der Krach an vielen Straßen zu hoch ist, hat die Stadtentwicklungsverwaltung sogar auf einigen Hauptstraßen nachts Tempo 30 eingeführt. Auch hier müsse das Land durch den Einsatz leiser Fahrzeuge dazu beitragen, den Lärm zu verringern, erklärte Lompscher.

Sie selbst testet derzeit einen umweltfreundlichen Dienstwagen mit Hybrid- Antrieb. Wann immer möglich wolle sie aber weiter zu Fuß gehen oder aufs Fahrrad steigen. Zur Vorschrift für alle soll dies aber nicht werden.

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