Unmweltschutz : Berliner Senat befürwortet Jaguar als Dienstwagen

Die Vorstände von Berlins öffentlichen Unternehmen können sich freuen: Der Senat empfiehlt ihnen unter anderem auch den schicken Briten, um zur Arbeit zu fahren, da er unter den Vorgaben für den CO2-Ausstoß liege.

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Schickes Gefährt. Mit dem Jaguar FX kann man sich sehen lassen. -Foto: ddp

BerlinTrotz Klimaschutz-Debatte dürfen die Vorstände der Landesunternehmen Berlins auch größere Wagen fahren. Die Beamten von Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) haben 15 Fahrzeugtypen aufgelistet, die unter der Preis-Obergrenze von 55.000 Euro liegen und gleichzeitig einen Kohlendioxid-Ausstoß von 210 Gramm nicht überschreiten. Unter den empfohlenen Wagen der oberen Mittelklasse finden sich auch ein Jaguar XF 2.7, die Mercedes-Limousinen E 320 CDL und E 300 Bluetech, verschiedene Typen der 5er-BMW-Reihe und ein Citroen C6, wie die "Berliner Morgenpost" berichtet.

Die Grünen, die eine Anfrage an das Abgeordnetenhaus stellten, finden die Preisgrenze zu hoch. So könne kein wirksamer Klimaschutz gewährleistet werden. Sie halten 45.000 Euro Maxium für einen Dienstwagen für völlig ausreichend. Zu diesem Preis gäbe es etliche Modelle, die bis zu 25 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen. "Die letzten 10.000 Euro beim Preis kann man nur benutzen, um das Klima richtig zu schädigen", erklärt der Grünen-Fraktionsvize und Klima-Experte Michael Schäfer.

Behörden schwächeln bei der Umweltfreundlichkeit

Im Gegensatz zu den Senatoren und hohen Beamten kann der Senat den Vorständen von BVG, Wasserbetrieben, Vivantes, Wohnungsbaugesellschaften und Co nicht zwingend vorschreiben, welche Umweltstandards für öffentliche Fuhrparks eingehalten werden müssen, wie sie Lompscher in einem Rundschreiben im Juni 2007 angemahnt hatte. Die Grenze von 210 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer für einen Wagen gilt lediglich als Empfehlung.

Die Behörden selbst erfüllen allerdings auch nicht gerade mit stürmischer Begeisterung die Vorgaben der Umweltsenatorin, wie Lompscher im Januar dieses Jahres zugeben musste. Von sieben in der Zwischenzeit gekauften Wagen konnten nur „fast 29 Prozent“ den Anforderungen genügen. Sprich fünf Autos lagen bei ihrem Kohlendioxid-Ausstoß über dem geforderten Wert.

Die Vorstände der Berliner Landesunternehmen zeigen sich trotz der Empfehlungen bescheiden. Die BVG-Bosse fahren mit Wagen unter einem Wert von 55.000 Euro versichert eine Sprecherin und auch an die Kohlendioxid-Vorgaben würde man sich gerne künftig halten. Es geht aber noch besser: Vorstandschef Jörg Simon von den Wasserbetrieben hat einen Audi A6 für 40.800 und sein Kollege Franck Bruckmann liegt mit seinem BMW bei 45.000 Euro und schafft damit auch den erwünschten geringeren CO2-Ausstoß. (imo)

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