Verbraucher : Ekelfleisch-Skandal: Grüne rügen Ermittler

Die Ermittler im Skandal um Ekelfleisch gehen aus Sicht der Opposition nicht entschieden genug gegen die Berliner Empfänger des falsch etikettierten Fleisches aus Bayern vor. Unterdessen plant ein Imbiss die Einführung von Bio-Döner.

Die beiden Kebab-Hersteller, die das Ekelfleisch verwendet haben, würden von der Gesundheitsverwaltung und der Staatsanwaltschaft noch immer als Geschädigte behandelt, obwohl man sie für den Weiterverkauf der minderwertigen Ware zur Rechenschaft ziehen müsse, rügte gestern die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Die FDP kritisiert dies ebenfalls.

Am Mittwoch hatten die Behörden festgestellt, dass zwei Berliner Kebab-Fabrikanten bis zu 49 Tonnen ungenießbare Schlachtreste aus Bayern erhalten haben. Diese Menge entspricht in etwa dem täglichen Döner-Verbrauch in Berlin. Zunächst war nur von einem Empfänger die Rede gewesen. Aus Sicht der Gesundheitsverwaltung muss bei den Döner-Produzenten die Unschuldsvermutung gelten, „solange man ihnen keine Kenntnis der falschen Deklaration nachweisen kann“.

Die Staatsanwaltschaft in Bayern deutete gestern an, möglicherweise sei das minderwertige Fleisch noch an weitere Berliner Empfänger verkauft worden. Man ermittele dies und versuche herauszufinden, ob die Bezieher von dem betrügerischen Treiben ihres Lieferanten tatsächlich keine Ahnung hatten oder ob hinter dem Skandal ein kriminelles Netzwerk steckt.

In Kreuzberg indessen soll es bald Bio-Döner geben: An der Bergmannstraße ist bis Ende des Jahres die Eröffnung des Schnellrestaurants „Foodorama“ geplant, wo es auch Döner aus Biofleisch geben soll – für etwa vier Euro. cs/mga

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