Warnstreik : Bahn-Verkehr rollt wieder

Durch die Warnstreiks der Lokführer bei der Deutschen Bahn ist es in Berlin am Morgen zu langen Staus und zahlreichen Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen.

Berlin Früher als erwartet hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ihre Warnstreiks beendet. Zu starken Behinderungen und Staus kam es im Berliner Berufsverkehr trotzdem. Wegen des schlechten Wetters hätten viele Pendler zusätzlich auf ihr Auto zurückgegriffen, sagte Frank Hellberg vom Traffic Service Berlin. Vor allem auf den Zufahrtsstraßen und der Stadtautobahn sei es zu kilometerlangen Staus gekommen.

Das Ausmaß der Beeinträchtigungen hätte gemindert werden können, wenn viele bis zum Beginn der Streikaktionen um acht Uhr noch die Nahverkehrsmittel genutzt hätten, sagte der Verkehrsexperte. Auch die Berliner S-Bahn hat sich an den Streikaktivitäten beteiligt. Allerdings hätten die Beschäftigten auf Anweisung der Streikleitung den Betrieb um 10.15 Uhr wieder aufgenommen. "Ab zwölf Uhr werden die S-Bahnen wieder planmäßig fahren", sagte ein S-Bahn-Sprecher. Bis dahin könnten noch einzelne Störungen und Behinderungen auftreten.

Pendler nutzten BVG-Linien

Viele Pendler waren am Morgen wegen der Warnstreiks auf U-Bahnen, Trams und Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) umgestiegen. Wie eine Sprecherin der BVG sagte, wurden deutlich mehr Fahrgäste registriert. Zu Engpässen sei es aber lediglich bei der U2 am Alexanderplatz in Richtung Ruhleben gekommen. Ein dichtes Gedränge herrschte auch in den Buslinien die vom Stadtrand in Richtung Zentrum fuhren. Hier gab es Verspätungen bis zu 15 Minuten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte ungeachtet eines gerichtlichen Verbots am Morgen zu bundesweiten Warnstreiks bei der Deutschen Bahn aufgerufen.

Durch den Ausstand kam es erneut zu starken Beeinträchtigungen im Schienenverkehr in Berlin und Brandenburg. Wie ein Bahnsprecher in Berlin sagte, fuhren ab acht Uhr rund 80 Prozent der Fern- und Regionalzüge in der Region nicht mehr. Auch viele Berliner S-Bahnen seien in den Bahnhöfen stehen geblieben. Das Arbeitsgericht Mainz verbot unterdessen die seit acht Uhr laufenden flächendeckenden Warnstreiks per einstweiligen Verfügungen. Die bundesweit geltende Entscheidung umfasse die Bereiche Fernverkehr, bundesweiter Regionalverkehr und Schienengüterverkehr, sagte eine Gerichtssprecherin. In Nordrhein-Westfalen setzte die Gewerkschaft nach einer einstweiligen Verfügung des Arbeitsgerichts Düsseldorf die Arbeitsniederlegungen aus.

Tarifvertrag soll verbessert werden

Mit den Warnstreiks will die GDL ihren Forderungen in der Tarifauseinandersetzung mit der Bahn Nachdruck verleihen. Sie verlangt für die rund 30.000 Lokführer und Zugbegleiter der Bahn einen eigenen Tarifvertrag und bis zu 31 Prozent mehr Lohn, was die Bahn strikt ablehnt. Mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA hatte sich die Bahn am Montag geeinigt. Die rund 134.000 Tarifbeschäftigten erhalten demnach ab 1. Januar 2008 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.  (mit ddp/dpa)

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