Westend : Senat genehmigt Abriss der Deutschlandhalle

Das Schicksal der Deutschlandhalle ist mit dem Abschluss der denkmalschutzrechtlichen Prüfung endgültig besiegelt: Nach dem Abriss wird an derselben Stelle ein Messebau errichtet.

Ulrich Zawatka-Gerlach
Wachstumsgarant. Die neue Halle soll 20 000 Quadratmeter Fläche haben und unter anderem von den Messen IFA und ITB genutzt werden, die mehr Platz brauchen.
Wachstumsgarant. Die neue Halle soll 20 000 Quadratmeter Fläche haben und unter anderem von den Messen IFA und ITB genutzt werden,...Simulation: GMP

Das Schicksal der Deutschlandhalle ist endgültig besiegelt. Die landeseigene Messe GmbH teilte am Donnerstag mit, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Abrissgenehmigung erteilt habe. Der Sprecher der Behörde, Mathias Gille, bestätigte dies. Die denkmalschutzrechtliche Prüfung sei abgeschlossen. Die Denkmalwürdigkeit des historischen Gebäudes sei ernsthaft geprüft worden, versicherte Gille. Anstelle der 1935 eröffneten Deutschlandhalle, die seit einem Jahr vollständig leer steht, baut die Messe auf eigene Kosten eine zweigeschossige Halle mit 20 000 Quadratmeter Fläche, die Ende 2013 fertig sein soll.

„Damit können unsere großen internationalen Veranstaltungen IFA, ITB und InnoTrans weiter wachsen“, sagte Messechef Raimund Hosch. Diese Weltmessen benötigten mehr Platz. Außerdem solle die neue Halle übergangsweise für Tagungen und Kongresse genutzt werden, wenn das ICC saniert werde. Für den Neubau muss jetzt ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. „Unter städtebaulichen Gesichtspunkten“ werde die Messe eng mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und der Stadtentwicklungsverwaltung zusammenarbeiten, versicherte Hosch. Das Gebäude, das nach Darstellung der Messe rund 65 Millionen Euro kostet, wird an die bestehenden Messehallen 2 und 7 angebunden. Die Erweiterung der Ausstellungsfläche sei notwendig, um im Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können, sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke). Für den Standort Berlin sei dies essentiell.

Was jetzt noch fehlt, ist ein Senatsbeschluss über die Sanierung des Internationalen Congress Centrums (ICC). Senator Wolf will das ICC ab 2014 für zwei Jahre schließen, damit es modernisiert und umgebaut werden kann. Außerdem müssen Schadstoffe beseitigt werden. Von einer Sanierung bei laufendem Betrieb will der Senat aus technischen, zeitlichen und Kostengründen Abstand nehmen. Zudem befürchtete die Messe, dass lukrative Großveranstaltungen storniert werden könnten. Die neue Messehalle bietet genügend Ausweichplatz.

Eigentlich sollte das neue Konzept für die ICC-Sanierung am nächsten Dienstag im Senat beschlossen werden. Aber die Verwaltungen für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Finanzen konnten sich bislang nicht einigen. Auch in der SPD-Fraktion gibt es Bedenken gegen den Bau der Messehalle. Ein Teil der Abgeordneten befürchtet, dass der Neubau das ICC überflüssig machen könnte. Die Deutschlandhalle war in den dreißiger Jahren die größte Multifunktionshalle der Welt. Bis jetzt stand das inzwischen marode Gebäude unter Denkmalschutz. za

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