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Wut-E-Mail : Pirat Nerz: "Ich habe die Schnauze voll"

Die Piraten streiten um eine E-Mail, die Parteichef Sebastian Nerz an den Berliner Fraktionsvorsitzenden Andreas Baum schickte. Darin ist die Rede davon, Nerz werde weitere Ausfälle nicht tolerieren.

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Sebastian Nerz ist Vorsitzender der Piratenpartei.
Sebastian Nerz ist Vorsitzender der Piratenpartei.Foto: dapd

Es sind deutliche Worte, die Sebastian Nerz, Vorsitzender der Piratenpartei, gefunden hat, um seinem Unmut Luft zu machen: "Hallo Andreas. Ich habe die Schnauze voll", schrieb er an Andreas Baum, Fraktionschef der Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus. Weiter formulierte er: "Auf Twitter schießt jetzt wieder ein Abgeordneter der Fraktion, aktuell Simon Weiß, gegen den Bundesverband beziehungsweise Beauftragte der Partei. Das hat ein Ende und zwar sofort. Es ist mir egal wie, aber bring DEINER Fraktion mal beigebracht [Fehler im Original], was Verantwortung und elementare Regeln der Höflichkeit und des menschlichen Miteinanders sind. Weitere Ausfälle werde ich NICHT tolerieren. Grüße" Nerz bestätigte dem Tagesspiegel den Wortlaut: "Ja, das ist die E-Mail, die ich geschickt habe."

Hintergrund der Mail ist, dass Simon Weiß sich per Twitter zu einem parteiinternen Streit geäußert hatte. Weiß hatte unter anderem davon gesprochen, es sei "grotesk dreist", dass Landesverbände "angebettelt" würden, um "für ein halbes Jahr einen offensichtlichen Versorgungsposten" zu schaffen. Es ging um die Neubesetzung des Postens des Bundespressesprechers und den Vorwurf, im Zuge dessen würde für den bisherigen Sprecher für einen Übergangszeitraum eine nicht gerechtfertigte Stelle geschaffen.

Als Reaktion auf Weiß' Kritik schrieb Nerz die Mail. Dem Tagesspiegel sagte er nun: "Mir ist schlicht der Kragen geplatzt. Ich habe die Mail bewusst so deutlich geschrieben, um ganz klar zu sagen: Leute, denkt mal nach." Es gebe in Berlin einzelne Abgeordnete, die sich an Mobbing-Kampagnen beteiligten. Konkretisieren will Nerz diesen Vorwurf öffentlich allerdings nicht. Noch einmal würde die E-Mail so nicht schreiben, sagt er mittlerweile. "Ich wollte provozieren, aber ich habe unterschätzt, wie sehr Andreas sich das zu Herzen nimmt."

Bemerkenswert ist die Mail vor allem, weil sie die Frage tangiert, wie hierarchisch die Piratenpartei strukturiert sein will. Die Aussage Nerz', er werde weitere Ausfälle nicht tolerieren, könnte auf Unverständnis stoßen - legen doch die Piraten großen Wert darauf, dass jedes Parteimitglied selbstständig agiert. Ein Parteichef wird nicht als politischer Leitwolf, so wie es ihn in anderen Parteien gibt, gesehen.

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