Zeitungsbericht : Wowereit will Kulturressort abgeben

Nach den Wahlen 2011 soll Schluss sein mit der Personalunion des Regierenden Bürgermeisters und Kultursenators: Klaus Wowereit will das Amt für Kultur wieder einem separaten Senator geben.

Klaus Wowereit
Der Regierende Bürgermeister von Berlin beklagt den mangelnden Einfluss von Kulturpolitikern. (Archivfoto)

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will die Kulturpolitik in der Hauptstadt nach den Wahlen 2011 wieder in die Hände eines separaten Senators geben. "In der nächsten Legislaturperiode sollte es wieder ein eigenständiges Ressort geben", sagte Wowereit, der neben seinem Amt als Berliner Regierungschef seit zwei Jahren auch als Kultursenator fungiert, in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Senatssprecher Richard Meng bestätigte die Absicht des SPD-Politikers am Sonntag.

Die Kulturpolitik in seine Verantwortung zu legen, sei damals allerdings die richtige Entscheidung gewesen, sagte Wowereit. Mit der Autorität des Regierenden Bürgermeisters hätten Problemfälle gelöst und die Kulturarbeit stabilisiert werden können.

Wowereit: Politik wird über Events transportiert

Wowereit beklagte außerdem den mangelnden Einfluss von Kulturpolitikern. "Ich empfinde es als absolutes Manko, dass in der Politik Kulturpolitiker kaum an wichtiger Stelle vorkommen", sagte er dem Magazin. Kritik an seinen Auftritten in Sendungen wie "Wetten, dass..?" wies er zurück. Ein Bürgermeister Berlins dürfe und müsse anders auftreten als der irgendeiner Kommune. Politik werde heute auch über Events transportiert. Wenn die Ernsthaftigkeit der politischen Anstrengung sichtbar bleibe, sei auch Unterhaltung Teil der Politik.

Er selbst merke auch, dass die Menschen in ganz Deutschland nicht nur neugierig auf den Politiker, sondern auch auf die Person Wowereit seien. Schon dadurch, dass die Presse nicht immer Klaus Wowereit schreibe, sondern Wowi, sei "Wowi in der Tat eine Marke". (nal/dpa)

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