Berlin : Landgrebe beklaut Götz George – und der meckert über den deutschen Film

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Hotel Vaduz in Liechtenstein. Claire hat unbemerkt die Hotelsafes geplündert. Nun sitzt sie an der Hotelbar. Da taucht Vinzenz auf, ein alter Bekannter. Er gehört zu den Geschäftsleuten, die sie gerade bestohlen hat...

Der Titel für diese „Gaunerkomödie“ steht noch nicht fest, aber da Gudrun Landgrebe und Götz George gemeinsam in den Hauptrollen vor der Kamera stehen, müsste es wieder ein Tier-Titel werden: Nach „Die Katze“ und „Das Schwein“ wäre „Die Elster“ ganz passend, sagt Gudrun Landgrebe. Schließlich klaut sie in dem Fernsehfilm, der in den nächsten Monaten in der ARD zu sehen sein wird, in wechselnden Verkleidungen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Gedreht wird im Weddinger Hotel Christiania, das zum Nobelhotel umgestaltet wurde.

Götz George, im dunklen Dreiteiler mit Krawatte, ist zufrieden mit seiner Rolle. „Nachdem ich bei den letzten Produktionen in Sack und Asche aufgetreten bin, ist mir das Anzug-Tragen ganz recht.“ Und überhaupt könne man heutzutage nicht mehr so viel erwarten vom deutschen Fernsehen. Er schaue kaum noch auf die Drehbücher, die ihm angeboten werden („In den letzten zehn Jahren ist mir kein vernünftiges Buch mehr auf den Tisch gekommen“), sondern vielmehr auf Regisseur und Kollegen. „Ein professionelles Team macht viel aus, hier sind wir mit Vergnügen bei der Arbeit.“

Über die deutschen Kinofilme wolle er sich gar nicht mehr äußern, sagt er. Doch die Stichwörter Deutscher Filmpreis und „Der Schuh des Manitu“, der mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wird, fallen. Da kitzelt’s George dann doch etwas zu sagen. „Tragisch“, fällt ihm zu der Nominierung nur ein. „Wir sind in Deutschland das Schlusslicht, wenn der ’Schuh des Manitu’ schon als Vorzeigefilm gilt.“ Die Sehgewohnheiten hätten sich eben verändert, es dominierten Sport- und Spielshows.

Dass er für die jetzige Produktion zugesagt hat, habe auch damit zu tun, dass in Berlin, seiner Heimatstadt, gedreht wird. „Endlich kann ich mal in meinem eigenen Bett schlafen.“ Die restliche Zeit sei er eben immer zum Drehen unterwegs oder auf „meiner kleinen Insel“ im Mittelmeer. Dass er sich zurückziehe, das habe auch mit der „Kälte der Medien zu tun“. Die Prominenten hätten es hier nicht einfach, würden rund um die Uhr denunziert, „so, wie ich das aus anderen Ländern gar nicht kenne“. Deswegen drängte er sich auch nicht - „wie einige Halbbegabte“- in die Öffentlichkeit. „Ich brauche das nicht, bin auch von Haus aus scheu“, beteuert er. Romy Schneider habe damals auch nur sechs Interviews gegeben. Geschadet hätte es ihr nicht, meint George. Dann stößt er einen tiefen Seufzer aus und bedeutet den Gesprächspartnern damit, dass er jetzt genug gesagt habe. Schließlich braucht er die Öffentlichkeit nicht. Tanja Buntrock

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