Berlin : Landowsky-Affäre: Rückblick: Die Berliner CDU zur Spendenaffäre der Bundespartei

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Spenden- und Schmiergeldzahlungen waren in der Berliner CDU lange kein Thema mehr - bis jetzt die Landowsky-Affäre neue Fragen aufwarf. Ende 1999, Anfang 2000, als der Spendenskandal um Helmut Kohl die Republik erschütterte, schien die Landes-CDU mit einer weißen Weste dazustehen. Von Spenden, die Berliner CDU-Leute angenommen und die womöglich nicht ordnungsgemäß verbucht haben, war damals nicht die Rede. 1997, im letzten erfassten Jahr, meldete die CDU Berlin dem Bundestag nur vier Spenden über 20 000 Mark. Wir dokumentieren einige Stimmen zum damals noch so fernen Skandal

Klaus-Rüdiger Landowsky war im Januar 2000 "froh, dass wir nicht betroffen sind. Wir gucken von außen in den Ring". Lachend sagte Landowsky ein Jahr, bevor er selber Probleme mit Parteispenden bekam: "Ich ziehe mir nicht die Jacke an, die mir nicht gehört."

Matthias Wambach, Sprecher der CDU, beteuerte im Demzember 1999, die Berliner Partei habe keine Zuwendungen aus illegalen Konten der Bundes-CDU bekommen. "Wir haben das immer ordentlich gemacht." Die Jahresabschlüsse seien jeweils von Wirtschaftsprüfern abgesegnet worden. Überweisungen mit der Quelle "CDU Deutschland" könnten nur legal sein, weil es dann ja eine Gegenbuchung bei der CDU in Bonn gebe. Wambach wollte sich zwei Monate später nicht an der Diskussion um den Rücktritt Wolfgang Schäubles vom Parteivorsitz beteiligen. Dies passe nicht zur Rolle der Berliner CDU: "Wir waren immer ein sehr disziplinierter Landesverband."

Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen betonte im Dezember 1999 bei einem Tagesspiegel-Interview, er wolle sich nicht zur Spendenaffäre der Bundes-CDU äußern. Nur so viel: "Nach meiner Kenntnis ist der Berliner Landesverband nicht betroffen." Die Berliner Konten seien vom Schatzmeister untersucht worden. Landesverbände könnten im Übrigen in völlig korrekter Form Geld von der Bundespartei erhalten haben. Kurz darauf geißelte Diepgen die "aufgeregte" Personaldebatte in der Bundes-CDU. Schäuble solle Vorsitzender bleiben.

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