Landtags-Neubau : Die kleineren Probleme des Bauherrn Platzeck

Am Montag besichtigte Matthias Platzeck die Baustelle des künftigen Brandenburger Landtags. Der wird vielleicht schon 2013 fertig - vielleicht aber auch nicht.

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Die Baustelle des künftigen Landtags.
Die Baustelle des künftigen Landtags.Foto: dpa

Ob er denn angesichts seines neuen Arbeitszimmers nicht motiviert sei, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren, wird Matthias Platzeck gefragt. Brandenburgs SPD-Ministerpräsident steht in seinem künftigen Büro im neuen Landtag in Potsdam, ein Baustellenbesuch wurde für diesen Montag angesetzt. Fußboden und Wände sind noch betongrau, der künftige Parlamentssitz befindet sich im Stadium zwischen Roh- und Innenausbau. Platzecks Blick geht raus zum Fortunaportal, das vor 2002 als Vorbote für den Wiederaufbau des Stadtschlosses errichtet wurde. „Ich mache meine Amtszeit nicht von neuen Räumen abhängig“, antwortet er.

Aber dass er vom neuen Parlamentssitz begeistert ist, kann er nicht verhehlen: „Hier kann man sich voll aufs politische Leben konzentrieren.“ Die eigentlichen Botschaften überbringt an diesem Tag indes Finanzminister Helmuth Markov (Linke). Es reicht schließlich, dass Platzeck dem Pressetross soeben verkünden musste, dass sein Kandidat für den BER-Chefposten abgesagt hat und die wichtigste Baustelle für ihn als Ministerpräsident in Schönefeld bleibt. Ohnehin liegt die Zuständigkeit für den Landtagsbau in Markovs Ressort. Und der Finanzminister wiederholt, was bei der BAM AG als Bauträger regelmäßig Stirnrunzeln verursacht: „Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr fertig werden.“

„Da muss der Kunde aber mitspielen“, erwidert BAM-Technikchef Thomas Weber. Zahlreiche Änderungswünsche des Landes und Landtages hätten zu Verzögerungen und Mehrkosten für das ursprünglich mit 120 Millionen Euro veranschlagte Projekt geführt. Eigentlich sollte nach dem ersten Spatenstich im März 2010 der Bau im vergangenen Herbst fertig sein. Dann wurde die Übergabe auf Herbst 2013 verschoben. Die strittigen Fragen zwischen Land und BAM, sowohl beim Thema Geld als auch beim Termin, regelt inzwischen ein Schiedsverfahren. „Dafür haben wir gerade ein neues Gutachten erarbeitet“, sagt Weber. Zu einem möglichen Bauende noch 2013 könne er nichts sagen, aber die BAM werde Gas geben und nicht bis Mai 2014 brauchen, wie sie es einmal prognostiziert hatte. „Viele Änderungen dürfen aber nicht mehr kommen“, mahnt Weber. Er wünsche sich für die letzten Etappen eine „grüne Welle“.

Auch Architekt Peter Kulka bezeichnet Markovs Zeitplan als sportlich. Nach seinem Entwurf entstehen hinter der alten, von Software-Milliardär Hasso Plattner spendierten Knobelsdorff-Fassade 390 Abgeordnetenbüros und ein Plenarsaal. „Das wird knapp“, sagt Kulka.

Spätestens in drei Monaten, so einigen sich die Baustellenbesucher schließlich bei ihrem Ortstermin, soll das Datum für die Übergabe des Landtagsschlosses verkündet werden.

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