Landtagswahl Brandenburg : Woidke geht als Favorit ins Superwahljahr

Eine Zeitlang sah es so aus, als könnte die CDU die SPD in der Brandenburger Wählergunst überholen und bei den Landtagswahlen der Regierungspartei gefährlich werden. Eine neue Umfrage kommt jedoch zu anderen Ergebnissen.

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Amtsbonus. Dietmar Woidke ist erst seit Ende August Regierungschef in Potsdam.
Amtsbonus. Dietmar Woidke ist erst seit Ende August Regierungschef in Potsdam.Foto: dpa

Potsdam - Nach dem Hoch für die Union bei der Bundestagswahl liegt im „roten“ Brandenburg die SPD wieder vorn: Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage ist SPD- Ministerpräsident Dietmar Woidke nun eindeutiger Favorit für die Landtagswahl am 14. September. Nach der „Sonntagsfrage“ sind die von ihm geführten Sozialdemokraten mit 34 Prozent mit Abstand stärkste Kraft. Die mitregierenden Linken kommen auf 25 Prozent, die oppositionelle CDU dagegen nur auf 23 Prozent (Grüne 5 Prozent, FDP 4 Prozent). Im Auftrag der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ hatte Forsa 1001 Brandenburger befragt. Danach hat die SPD den Verlust ihres langjährigen populären Frontmanns Matthias Platzeck und die krachende Niederlage bei der Bundestagswahl (auch in Brandenburg siegte die CDU) inzwischen überwunden.

In der Union, deren Parteichef und Spitzenkandidat Michael Schierack im Herbst Woidke ablösen will, kann man sich den Absturz innerhalb weniger Wochen nicht recht erklären. Bei einer Umfrage Anfang Dezember hatte die CDU mit 30 Prozent nur knapp hinter der SPD mit 32 Prozent gelegen. Die Unions- Wähler waren wohl im Skiurlaub, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Offiziell zeigt man sich unbeeindruckt. „Es ist eine Momentaufnahme. Da ist Luft nach oben“, sagte Schierack. Die Partei habe die Lage immer realistisch eingeschätzt, sagte Vize-Parteichef Ingo Senftleben. „Wir wollen stärker werden und Rot-Rot beenden.“ Vorrang hätten die Inhalte, und da gebe es „genügend Baustellen im Land, wie etwa die gescheiterte Polizeireform.“ Woidke, erst seit Ende August Regierungschef, profitiert vom Amtsbonus. Er ist zwar noch weit von den Traumwerten Platzecks entfernt. Doch 54 Prozent sprechen sich für seine Wiederwahl als Ministerpräsident aus, wenn dieser direkt gewählt werden könnte. Nur vier Prozent wünschen sich Schierack, drei Prozent den Linken-Spitzenkandidaten Christian Görke, der bislang die Landtagsfraktion führt und demnächst Finanzminister und Parteichef wird. Die Brandenburger können eben zwischen Bundestags- und Landtagswahl unterscheiden, sagte Görke. Diese Erfahrung hatten auch die Linken schon einmal gemacht. 2009 war die Linke bei der Bundestagswahl in Brandenburg stärkste Partei. Sieger der Landtagswahl am gleichen Tag wurde die SPD mit Platzeck. Thorsten Metzner

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