Berlin : Lange Geldanlage

Ariane Bemmer

Labsal ist das für unsere müden Augen, denen die vielen Nachrichten über die unaufhaltsame und verhängnisvolle Vergreisung unserer Gesellschaft schier den grauen Star auf die trübe Augenlinse gehext haben.

Da hockt mitten in Berlin ein dickes glückliches Ding namens „Hauptverwaltung der Bundesbank“, das wird nach außen hin immer draller und verjüngt nach innen seine Mitarbeiter. Das Ding schafft emsig mit an jährlichen Milliardengewinnen und lässt sich mit allem anderen so ausgiebig Zeit, dass Beobachter darüber grau werden. Seit siebeneinhalb Jahren bauen die Banker an einem neuen Bürogebäude, planen mal hier mal da mal um, weil in siebeneinhalb Jahren immer neue Erfordernisse aufkommen, und lassen sich bei alldem nicht hetzen. Das im selben Zeitraum der Aufgabenbereich der Mitarbeiter beständig schrumpfte, passt zu der Gemächlichkeit. Und weil man immer weniger aushält, wenn man immer weniger tut, ist logisch, dass die Maßstäbe für den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter immer wieder neu angepasst werden mussten. Inzwischen orientieren sie sich an den Standards aus dem Bereich Kindertagesstätte.

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