Berlin : Lange her

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VON TAG ZU TAG

Klaus Kurpjuweit über einen

ExKämpfer für die BVG

Lange dachten wir ja, der Mensch stamme vom Affen ab. Weit gefehlt. Es müsste wohl eher das Chamäleon sein. Wie sonst kann man so einfach vom Saulus zum Paulus oder auch vom Paulus zum Saulus werden? Nach Lehrstücken muss man jedenfalls nicht lange suchen. Hier ist, endlich mal, die gute alte BVG ein wirkliches Vorbild.

Gleich mehrfach haben es bei ihr Personalratsvorsitzende, die als Arbeitnehmer dem Vorstand schwer zugesetzt hatten, geschafft, auf einen Sessel im Vorstand zu wechseln. Und es ging sogar gut. Einer brachte es sogar bis zum allseits anerkannten Vorstandschef. Jetzt treffen die Arbeitnehmer bei der BVG wieder auf einen alten Bekannten, der nun auf der anderen Seite sitzt. Vor vielen Jahren hatte der damalige ÖTV-Chef Kurt Lange für „seine“ Arbeitnehmer-„Kollegen“ einen Tarifvertrag ausgehandelt, der ihnen den Arbeitsplatz auf ewig garantiert. Betriebsbedingte Kündigungen sind darin ausgeschlossen. So wurde 1995/96 ein Streik vermieden.

Lange hielt es aber nicht lange bei den Arbeitnehmern aus. Er wechselte lieber in den Vorstand der Bewag – als Arbeitsdirektor. Nun gut, das ging nicht gut, und Lange musste wieder gehen. Auf den Arbeitgebergeschmack scheint er aber gekommen zu sein. Jetzt arbeitet er für Unternehmensberater, die Wege finden sollen, wie man das Personal der BVG los wird. Irgendwie konsequent.

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