Lange Nacht der Wissenschaft in Berlin : Schlau um acht

Geo, Geschichte und Physik: Am kommenden Samstag findet die 13. Langen Nacht der Wissenschaften statt. Die Berliner Forscher wollen an diesem Tag vor allem Neugier wecken. Ein Auszug aus dem Programm.

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Die perfekte Welle. Im neuen Seegangsbecken der Technischen Universität simulieren Meeresforscher riesige Wellen, um Schiffsmodelle zu testen und die Bekämpfung von Ölunfällen zu üben. Foto: dpa
Die perfekte Welle. Im neuen Seegangsbecken der Technischen Universität simulieren Meeresforscher riesige Wellen, um...Foto: dpa

Selbst für erfahrene Besucher gibt es auf der 13. Langen Nacht der Wissenschaften an diesem Sonnabend viel Unbekanntes zu entdecken, fast die Hälfte der 2400 Programmpunkte ist neu. Das Motto „Meet the Experts“ macht klar: Die Gäste der Institute sollen noch stärker als in den Vorjahren eingebunden werden, mitmachen, ihre Meinung abgeben, mit den Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. Hier einige Beispiele:

Freie Universität

Die FU schickt ihre Gäste auf kleine Forschungsreisen. Rund um das Institut für Geologische Wissenschaften (Malteserstr. 74–100 in Lankwitz, Haus C, D) kann man ab 16 Uhr im „Jurassic Garden“ mit Hammer und Schutzbrille auf die Jagd nach 150 Millionen alten Ammoniten und anderen Versteinerungen aus der Dinosaurier-Zeit gehen. Die Fachbereiche Physik, Mathematik und Informatik (Arnimallee 6 und 14 sowie Takustraße 9 in Dahlem) laden Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre ab 16 Uhr zu zweistündigen Science Rallyes ein. Eine Führung zu „Lise Meitners Schwestern“ auf dem Dahlemer Campus bietet die Frauenbeauftragte der FU an. Um 18 Uhr startet in der Garystraße 35–37 am Haupteingang des Henry-Ford-Baus der Rundgang zu den Instituten, in denen seit 1911 zahlreiche Forscherinnen in den Naturwissenschaften tätig waren – und sind.

Humboldt-Universität

Wie veränderte sich Berlin nach dem Beginn der NS-Diktatur? Studierende der Kulturwissenschaft haben Zeitzeugen befragt, Originalfilmdokumente gesichtet und daraus Filme gemacht, die den Alltag und die Umbrüche im Berlin der dreißiger Jahre zeigen. Sie werden vorgeführt ab 18 Uhr im Kinosaal des Hauptgebäudes (Unter den Linden 6). Ebenfalls im Hauptgebäude präsentieren Altertumsforscher, wie sich der Blick auf die Antike quer durch die Jahrhunderte gewandelt hat (Lichthof Ost). Schließlich liest der Schauspieler Helmut Mooshammer vom Deutschen Theater aus den Kosmos-Vorlesungen Alexander von Humboldts. Roger Willemsen kommentiert (19 und 21 Uhr im Audimax).

Technische Universität

Leuchtende Quallen, oder zumindest ihre Proteine, sind im Haus der Biochemie, Müller-Breslau-Straße 10 in Charlottenburg, zu sehen. Wie die Leuchtquallen im Pazifik entdeckt wurden und wozu die fluoreszierenden Bestandteile genutzt werden können, wird in Vorträgen um 19, 21 und 23 Uhr erläutert. Gleich nebenan gibt es die Möglichkeit, ein Berliner Wahrzeichen endlich von innen zu sehen: die „rosa Röhre“. Der gewaltige Umlauftank auf der Schleuseninsel ist die größte Versuchsanlage dieser Art weltweit. Mithilfe gewaltiger Dieselmotoren werden ständig 3000 Tonnen Wasser im Kreis gepumpt, um Schiffsmodelle zu testen und zu verbessern. Zu sehen während der ganzen Nacht von 16 bis 0 Uhr.

Fachhochschulen

Wer wissen will, wie 3-D-Drucker arbeiten, sollte der Beuth-Hochschule für Technik in der Luxemburger Straße 10 in Wedding einen Besuch abstatten. Hier kann man einfache dreidimensionale Gegenstände modellieren, über einen 3-D-Drucker vervielfältigen und mit nach Hause nehmen. Illusionen in 3-D präsentiert die Hochschule für Technik und Wirtschaft, Wilhelminenhofstraße 75A in Oberschöneweide, in der „Cave“. In diesem Raum wird eine dreidimensionale Kunstwelt projiziert (Führung ab 16 Uhr stündlich, Gebäude C, Foyer).

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