Lange Nacht : Mathe, Licht oder Europa

Mehr als 1800 Veranstaltungen an sieben Standorten: Die "Lange Nacht der Wissenschaften“ will die Berliner auch in diesem Jahr schlauer machen.

Rita Nikolow
LAnge Nacht
Bei der Langen Nacht der Wissenschaften können Besucher - wie hier 2007 - bei vielen Experimenten zusehen und mitmachen. -David Heerde

Nicht nur entscheidungsschwache Menschen dürften Mühe haben, aus diesem Angebot auszuwählen: Bei der „Langen Nacht der Wissenschaften“ stehen heute mehr als 1800 Veranstaltungen auf dem Programm – an sieben verschiedenen Standorten. Besucher können sich in Adlershof, Buch, Wedding, Mitte, Charlottenburg, Dahlem und Wannsee/Potsdam aber auch auf ein Wissensgebiet konzentrieren – und sich anhand einer von fünf Themenrouten durch die Stadt führen lassen: Dabei geht es um Licht, Mathematik, Klima und Energie, Gesundheit sowie Europa in Berlin. Hier ein Ausschnitt aus dem Programm:

THEMENROUTE 1: LICHT

Los geht’s um 17 Uhr an der Archenhold-Sternwarte (Alt-Treptow 1): Die Erwachsenen können sich die Ausstellungen des Himmelskundlichen Museums ansehen, für Kinder beginnt um diese Uhrzeit im Kleinplanetarium eine Einführung in die Mondkunde. Um 18.25 Uhr öffnet das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (Carl-Scheele-Straße 6) zwei seiner Labore – immer zur halben und vollen Stunde. Geschicklichkeit beweisen können Besucher ab 20.15 Uhr im Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (Gustav-Kirchhoff-Straße 4): Im Laserlabyrinth müssen sie einen Lichtstrahl durch einen Parcours aus beweglichen Spiegeln und Linsen ins Ziel lenken.

THEMENROUTE 2: MATHEMATIK

Was Geometrie für den Alltag bedeutet, erfahren Besucher ab 18 Uhr im Johann- von-Neumann-Haus (Rudower Chaussee 25). Zum Beispiel, warum sich China leichter vermessen lässt als der Tegeler See. Kinder lernen dort ab 18 Uhr in Halle 15, wie sich Nachrichten übermitteln lassen, ohne dass alle anderen mithören. Um 20.55 Uhr erklären Experten des Weierstraß-Instituts für Angewandte Analysis und Stochastik (Mohrenstraße 39), welche Rolle der Zufall bei der Geldanlage spielt. Im Haus der Mathematik der TU kann jeder Besucher egoistisch sein – und den U-Bahn-Fahrplan mit einem speziellen Computerprogramm nach eigenen Wünschen gestalten.

THEMENROUTE 3: KLIMA UND ENERGIE

Wer schon immer mal wissen wollte, wie man auf einer Eisscholle überwintern kann, sollte um 17.30 Uhr das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Potsdam besuchen (Telegrafenberg A45). Ein Mitarbeiter erzählt dort von seinem Ausflug ins arktische Packeis. Kleine Besucher können sich parallel als Polarforscher verkleiden. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Michelson-Haus, Telegrafenberg A31, Potsdam) klärt ab 18.45 Uhr die Frage, ob Brandenburg zu den Verlierern oder Gewinnern des Klimawandels gehört. Aktive können im Berliner Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie (Glienicker Straße 100) auf einem Energiefahrrad testen, wer mehr Energie produziert: das Rad oder ein Solarmodul.

THEMENROUTE 4: GESUNDHEIT

Wer schon immer mal seine eigene DNA isolieren wollte (aus der Mundschleimhaut), kann um 17.30 Uhr ins Max Delbrück Communications Center (Robert-Rössle-Straße 10) kommen. Im Robert-Koch-Institut (Nordufer 20) lernen Kinder in Experimenten, dass Händewaschen Stress für Bakterien bedeutet. Der Charité Campus Virchow-Klinikum (Glashalle, Mittelallee 10, Augustenburger Platz 1) öffnet um 22.30 Uhr seine Frühgeborenenstation.

THEMENROUTE 5: EUROPA IN BERLIN

Zehntausend Jahre nordeuropäische Naturgeschichte rollt der finnische Wissenschaftler Heikki Simola ab 19.45 Uhr im Finnland-Institut (Georgenstraße 24) in einer Multimediapräsentation auf – am Beispiel des Singschwans. Wie Deutschland und Frankreich mit sozialen Spannungen in Kiezen und der Banlieue umgehen, wollen Praktiker und Wissenschaftler ab 21 Uhr im Centre Marc Bloch (Schiffbauerdamm 19) diskutieren.

Sämtliche Institute und Routen findet man im Internet unter der Adresse www.langenachtderwissenschaften.de. Karten (12 Euro, ermäßigt 8 Euro) sind an Schaltern und Automaten der S-Bahn sowie an vielen Veranstaltungsorten erhältlich. Sie gelten auch für die Shuttlebusse.

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