Berlin : Lange Umwege für Fahrgäste am Bahnhof

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Am Bahnhof Friedrichstraße soll eine Tiefgarage mit rund 200 Parkplätzen gebaut werden – während dieser Arbeiten müssen die Fahrgäste von S- und U-Bahnen mit starken Einschränkungen rechnen. So wird am Bahnhof der in den Dreißiger Jahren errichtete Verbindungsgang zwischen der U-und S-Bahn im Zuge der Bauarbeiten abgerissen und danach neu gebaut. Die Wege beim Umsteigen werden sich dadurch voraussichtlich monatelang erheblich verlängern. Außerdem fällt damit der zweite Rettungsweg des U-Bahnhofs vorübergehend weg.

Die Tiefgarage eines privaten Investors soll an dem sogenannten Spreedreieck entstehen, dort, wo auch der Tränenpalast steht. Wie lang es keinen Übergangstunnel gebe, sei noch unklar, sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Manuela Damianakis. Ursprünglich wollte man ihn nur abreißen und nicht neu ersetzen. Nun wird er neu gebaut – und dann mit zusätzlichen Läden eröffnet.

Bedenken gegen diese Pläne haben die BVG und das Eisenbahn-Bundesamt, das für die S-Bahn zuständig ist. Wenn der Tunnel unpassierbar sei, ginge der zweite Rettungsweg des U-Bahnhofs verloren. Deshalb müsse man prüfen, ob die übrigen Zugänge ausreichend seien, um den Fahrgastbetrieb sicher abwickeln zu können. Die Treppenanlagen, die dann als Übergang zwischen S- und U-Bahn genutzt werden könnten, seien schon jetzt stark frequentiert.

Seit einem Brand im U-Bahnhof Deutsche Oper im Sommer 2000, bei dem der einzige Ausgang durch das Feuer blockiert war, baut die BVG in Stationen mit nur einem Ausgang zweite Ausgänge ein. In diesem Jahr werden die Arbeiten an den Bahnhöfen Theodor-Heuss-Platz, Sophie-Charlotte-Platz und Deutsche Oper abgeschlossen.

An der stark besuchten Friedrichstraße besitzt die BVG aber nun, wenn auch nur vorübergehend, eine weitere Bahnstation mit nur einem Ausgang über zwei enge Treppen.kt

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