Berlin : Lange Wege an der Warschauer Straße

S-Bahnhof wird abgerissen – Fahrgäste müssen mit Provisorium auskommen

Klaus Kurpjuweit

Während der Beginn der Sanierungsarbeiten am S-Bahnhof Ostkreuz auf Ende 2005 verschoben worden ist, geht es an der benachbarten Station Warschauer Straße bereits Anfang 2005 los. Beide Bahnhöfe gehören zum Sanierungsprogramm in diesem Bereich, doch die Station Warschauer Straße ist so baufällig, dass sie bereits jetzt abgerissen werden muss. Ein Teil des Bahnhofs ist schon gesperrt. Für umsteigende Fahrgäste zwischen S- und U-Bahn verlängert sich der Fußweg in der Bauphase um maximal 200 Meter.

Zwischen dem U-Bahnhof Warschauer Straße und dem S-Bahnhof liegen Gleise der Fernbahn. Den Weg müssen die Fahrgäste über die Warschauer Brücke zurücklegen. Den Behelfszugang direkt gegenüber dem U-Bahnhof zu bauen, was die Wege verkürzt hätte, sei nicht möglich, sagte Bahnsprecher Michael Baufeld. Dieser Bereich werde zur Baustelle, so dass dort kein Weg angelegt werden könne. Mit dem Provisorium der langen Wege müssen die Umsteiger auf Jahre leben. Denn erst zusammen mit der Sanierung des Ostkreuzes, die mindestens bis nach 2012 dauern wird, kann auch der Bahnhof Warschauer Straße grundlegend umgebaut werden. Statt wie bisher drei wird es dann nur noch zwei Bahnsteige geben. Für die Fahrgäste wird die Anlage dadurch übersichtlicher.

Bis dahin regiert Unübersichtlichkeit: Am S-Bahnhof entsteht jetzt ein Behelfszugang zu den drei Bahnsteigen auf der dem U-Bahnhof abgewendeten Seite. Wer umsteigen will, muss so erst auf der Warschauer Brücke alle drei Bahnsteige des S-Bahnhofs überqueren, um dann auf einer Behelfsbrücke wieder zurück zu den Treppen, die auf die Bahnsteige führen, zu gehen. Allein die Behelfsbrücke ist bis zum Bahnsteig, wo die Züge von und nach Erkner halten, 134 Meter lang.

Wie dringend der Abriss der maroden Station ist, zeigt sich daran, dass die Bahn erst Mitte 2005 das Genehmigungsverfahren für den Neubau einleiten will.

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