Berlin : "Langen Nacht des Shoppings": Und am Abend ins Geschäft

kf

Am Tage nahm alles seinen gewohnten Lauf, am Abend ging es dann richtig los: Schätzungsweise 100 000 bis 150 000 Menschen kamen nach Angaben der Werbegemeinschaft Europa-Center am Sonnabend zur "Langen Nacht des Shoppings". Rund 100 Geschäfte am Breitscheidplatz verkauften bis Mitternacht. Auch das Zoo-Aquarium schloss erst zur Geisterstunde. "Ein sensationeller Erfolg", sagt Tommy Erbe, Sprecher im Europa-Center. Das Sportgeschäft Niketown etwa habe den Umsatz nach 16 Uhr verdoppelt. Möglich wurde der nächtliche Sonderverkauf, weil er im Rahmen eines Straßenfests stattfand. Bis um zwei Uhr Winterzeit gab es im Center Livemusik, Tanz und Shows, im Freien weitere Musikbühnen, ein Kinderkarussell und Verkaufsstände. "Das Haus war schwarz vor Menschen", sagt Erbe. Den Erfolg wertet er als "klares Votum der Verbraucher gegen den Ladenschluss".

Das Ladenschlussgesetz lässt generell nur Öffnungszeiten werktags bis maximal 20 Uhr und sonnabends bis 16 Uhr zu. Dagegen kämpfen schon seit geraumer Zeit Politiker und namentlich große Einzelhandelsunternehmen. Im vergangenen August haben die Staatssekretäre der Wirtschaftminister in Berlin eine gemeinsame Empfehlung erarbeitet, die werktags erweiterte Öffnungszeiten von 6 bis 22 Uhr und sonnabends von 6 bis 20 Uhr vorsieht. Die Gewerkschaften lehnen längere Ladenöffnungszeiten ab.

Kritische Töne kamen erwartungsgemäß auch jetzt von den Gewerkschaften. Der Berliner Bezirkschef der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), Manfred Birkhahn, bezeichnete die Aktion als "illegal". Solche Sonderöffnungen seien mit dem Ladenschlussgesetz "nicht vereinbar". Und auch für Roland Tremper von der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) war die lange Einkaufsnacht schlicht "illegal".

Große Erwartungen setzen die Geschäftsleute auf die "7 Shopping Weekends" im November und Dezember. "Das wird ein Knüller zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts", heißt es beim Einzelhandelsverband. Im Vorjahr habe die erste Aktion mit mehr als 1500 beteiligten Händlern bis zu 100 000 zusätzliche Touristen angelockt. Zu "Shopping Weekends" erklärt wurden die November-Sonnabende, an denen aus verschiedenen Gründen bis 20 Uhr verkauft werden darf, und die drei vorweihnachtlichen Sonnabende mit Geschäftszeiten bis 18 Uhr.

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